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Foto: Weinwurm

 


Prof. Gerhard Ederndorfer

 

Meisterwerke Teil V: Weltberühmte Gemälde – eine Entdeckungsreise Albrecht Dürer: Das große Rasenstück

Foto: Wikimedia Commons

Dürer war der bedeutendste Künstler nördlich der Alpen und ein brillanter Zeichner, Grafiker und Maler der beginnenden Renaissance. Seine Werke sind von Genauigkeit und Selbstreflexion geprägt.

Dürer wurde als Sohn eines Goldschmieds in Nürnberg geboren, einem Kultur- und Wirtschaftszentrum des 15./16. Jahrhunderts. Er war Schüler in der Werkstatt von Michael Wohlgemut, ging danach auf Wanderschaft und schuf Holzschnitte und Aquarelle. Er bereiste zweimal Italien, besonders Venedig, und wurde von der Kunst und den Ideen der italienischen Renaissance tief beeinflusst. Viele erinnern sich sicher an unsere Kunstreisen nach Venedig, wo in der Kirche San Zaccaria, Dürers großes Vorbild die „Pala di San Zaccaria“ von Giovanni Bellini hängt. Zurück in Nürnberg, verhalf er der Druckgraphik zu neuen Erfolgen. Er fertigte mehrere wegweisende Holzschnittzyklen zu biblischen Sujets, widmete sich dem Aktstudium und veröffentlichte Bücher über die menschlichen Proportionen und die Perspektive. Dürer war unter anderem für die römisch-deutschen Kaiser Maximilian I. und Karl V. tätig. Zudem schuf er als erster Künstler mehrere Selbstporträts.

 

Die minutiösen Details dieser vorzüglichen Darstellung eines einfachen Rasenstücks sind von fast fotografischer Präzision. Das vor über 500 Jahren entstandene Bild, das sich heute in der Albertina in Wien befindet, ist eine der ersten bedeutenden Naturstudien.

 

Dürer malte das Bild aus der Perspektive eines Insekts. Er gab die kleinen, ineinander verschlungenen Pflanzen mit einer solchen Genauigkeit wieder, dass jede einzelne exakt bestimmbar ist, und schuf so eine der ersten Studien der europäischen Artenvielfalt. Das große Rasenstück ist ein Meisterwerk für sich, aber wie sein italienischer Zeitgenosse Leonardo da Vinci fertigte Dürer solche Studien hauptsächlich für ein besseres Verständnis der Natur. Sie dienten auch als vorbreitende Detailzeichnungen zu seine Stichen und seinen großformatigen Gemälden.

 

Dürer malte das Rasenstück in Aquarellfarben, mit denen er relativ schnell arbeiten und sich auf die Farbe und Oberflächenstruktur der Pflanzen konzentrieren konnte. Im Gegensatz zu den von Dürer in seinen großen Bildern verwendeten Ölfarben lassen sich mit Aquarellfarben leicht feinste Farbnuancen mischen und Farbschichten ohne langes Trocknen übereinander auftragen. Dürer vermischte die verschiedenen Grüntöne mit größter Genauigkeit, damit die Pflanzen sich voneinander abheben und räumliche Tiefe entsteht.

 

Details

GENAUE BEOBACHTUNG – Die fleischigen Blätter eines großen Wegerichs heben sich vom Gras ab. Dürer modellierte ihre Form mit feinen, trockenen, dunkelgrünen Strichen und betonte die Adern und Ränder mit dünnen weißen Linien.

 

BLASSER HINTERGRUND – Hier ist ein verblühter Löwenzahn zu sehen. Der verkümmernde Stiel führt zu den gezackten Blättern der verwelkten Pflanze. Der Hintergrund ist blass laviert, damit sich die Pflanzen klar dagegen abzeichnen.

 

SILBRIGE WURZEL – Dürer beschränkte diese Studie nicht auf das Oberirdische. An manchen Stellen bricht er den Boden auf, um die feinen, fadenartigen Wurzeln zu zeigen, die er zur besseren Sichtbarkeit gegen eine dunkle Farbschicht setzte. Der in dunklen Tönen gehaltene Boden verleiht dem Bild optische Tiefe.


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