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Prävention: Damit wir alle länger gesund bleiben!

Autor: Ingrid Korosec

Ingrid Korosec

In unserem zugegebenermaßen recht guten Gesundheitssystem klafft eine große Lücke: Es ist dies die Prävention.

Wir können teure Behandlungsmethoden finden und neue Medikamente zur Verfügung stellen. Das wird den Schon-Kranken helfen und ihre Leiden verbessern. Aber es wird nicht verhindern, dass viele Menschen vor der Zeit chronische Krankheiten wie etwa Herzleiden oder Diabetes entwickeln.

Genau so wichtig, wie Krankheiten zu heilen oder zu lindern, wäre es, zu verhindern, dass die Menschen vor der Zeit krank werden! Denn da sind wir leider nicht so gut.

In Europa erleben die Menschen im Schnitt mehr „ gesunde“ Jahre als bei uns. Das heißt, sie leben oft bis jenseits des Sechzigers ohne chronische Leiden wie eben etwa Diabetes. Akute Krankheiten oder Unfälle natürlich ausgenommen.

In Österreich beginnt für die meisten Menschen die Zeit, da sie ständig in medizinischer Betreuung sein müssen, im Schnitt bereits vor dem 60. Geburtstag. Südländer wie Nordländer haben uns gesunde Jahre voraus. In den Mittelmeerländern dürfte das mit der leichten mediterranen Kost zusammenhängen. In den nordischen Staaten mit der guten Organisation des Gesundheitswesens. Und die sieht Vorbeugung und Prävention fix vor.

Vor kurzem hat das ein finnischer Experte bei den Gesundheitsgesprächen in Alpbach anschaulich erläutert. In seinem Land gab es in den 60er Jahren ungewöhnlich viele Herzerkrankungen. Man wusste, dass üppiges Essen, Rauchen und Bewegungsmangel die Hauptgründe dafür waren. In einer gemeinsamen großen Kraftanstrengung zwischen Gesundheitsstellen, Gemeinden, Betrieben und Privatpersonen gelang es, ein Vorsorgeprogramm auf die Beine zu stellen, bei dem die Bevölkerung mitmachte.

Das Resultat: Die Todesfälle durch Herzinfarkt sind seitdem um 75 Prozent zurückgegangen. Einfach, weil durch gesünderes Leben weniger Mensche krank wurden.


Dieses Bewusstsein wünsche ich mir auch für uns! Vorsorge und gesundes Leben gilt – bis auf die Vorsorgeuntersuchung, und die sucht eben nach Krankheiten – hierzulande als Privatsache.

Die Kassen konnten oder wollten z.B. Bewegungsprogramme für gefährdete Personen nicht mitfinanzieren. Aber es ist „billiger“ in diese Vorsorge zu investieren, als nachher die Erkrankten zu betreuen.

Die SVA, die Krankenkasse der Selbständigen, will bald einen Schritt in Richtung Prävention versuchen. Wer gewisse „Ziele“ einhält, nicht zu viele Kilos hat, durch die richtige Kost seine Blutfettwerte unter Kontrolle hat usw., soll im Krankheitsfall weniger Selbstbehalt zahlen, als jemand der nicht so vernünftig war. Ich finde das fair und gut!

 

ingrid.korosec@kronenzeitung.at