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Hilfe und Hochachtung für pflegende Angehörige!

Autor: Ingrid Korosec

Ingrid Korosec

442 000 Personen in Österreich beziehen Pflegegeld. Sie alle sind auf Hilfe und Unterstützung in ihrem Alltag angewiesen. Fürs Ankleiden, fürs Einkaufen und Kochen, viele aber brauchen viel mehr Pflege bis hin zur intensiven Pflege rund um die Uhr. Darunter sind auch viele Kinder und Jugendliche.

Vor lauter Reden über die „alternde“ Gesellschaft, vergessen wir, dass es auch zahlreiche jüngere Personen gibt, die Hilfe und Pflege benötigen. Nach einem Unfall oder etwa durch ein angeborenes Leiden. 82 Prozent aller Personen, die gepflegt werden, werden ganz oder zumindest teilweise von ihren Angehörigen betreut.

Unsere Hochachtung muss diesen Menschen gelten, die ihr Leben den hilfsbedürftigen Angehörigen widmen! In den meisten Fällen sind es die Frauen. Es gibt aber auch viele Männer, die sich an der intensiven Pflege für ihre Kinder beteiligen und es gibt rührende Beispiele von Ehemännern und Partnern, die die Obsorge für ihre Frauen übernehmen.

 

Als Seniorenpolitikerin leite ich von der aufopfernden Tätigkeit der Angehörigen vor allem eines ab: Wir müssen diesen Angehörigen helfen! Die meisten von uns ahnen nicht, welche Aufgabe es ist, sich intensiv um einen hilfsbedürftigen Menschen zu kümmern. Da gibt es keinen freien Samstag oder Sonntag, keine oder wenig Ruhezeiten in der Nacht. Die Zeit für Besorgungen und eigene Wege muss durch Hilfe anderer überbrückt werden.

Ein Teil dieser pflegenden Angehörigen nimmt zusätzlich mobile Dienste wie Krankenschwestern oder Heimhilfen in Anspruch. Aber die sind zu teuer um gerufen zu werden, nur weil man selbst aus dem Haus muss. Ganz zu schweigen von der Möglichkeit für einen eigenen Urlaub. Viele der pflegenden Frauen stellen ihren eigenen Beruf – und damit ihre eigene spätere Pension! -  zurück, um diese Aufgabe zu übernehmen.

 

Bund, Länder und Gemeinden müssen ein Sicherheitsnetz zur Verfügung stellen, das den pflegenden Angehörigen hilft! Stundenweise Hilfen und etwa die Möglichkeit, die Angehörigen für die Dauer eines eigenen Urlaubs zu entlasten. Das muss unbedingt enthalten sein, wenn wir, wie vom Sozialminister angekündigt, unser Pflegesystem bis 2012 auf neue Beine stellen wollen.

 

Und noch etwas wird aus diesen Zahlen klar: Es wäre völlig unmöglich, all diese Menschen in Heimen zu betreuen! Die so genannten „Sachleistungen“ wie mobile Schwestern müssen ausgebaut werden, dazu Überbrückungsdienste wie eben angeregt usw. Aber das Pflegegeld muss trotzdem als Geldleistung bleiben. Viele Hilfen werden immer in Eigenregie zugekauft werden müssen, weil es sie anders nicht gibt.

 

ingrid.korosec@kronezeitung.at