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Wenn man Weihnachten allein feiern muss

Autor: Ingrid Korosec

Ingrid Korosec

Weihnachten und Einsamkeit – das geht viel öfter zusammen, als die meisten Menschen denken. Vor lauter Geschäftigkeit und Stress in den Tagen vorher, verdrängen oft auch liebe Kollegen und Nachbarn, dass da jemand neben ihnen arbeitet oder lebt, der zu Weihnachten wahrscheinlich allein sein wird. Und selbst will man niemand fragen, ob man sich am Heiligen Abend an eine Familie oder an eine Gruppe anschließen kann.

 

Ich möchte hier alle, die Familie und Freunde haben, bitten, daran zu denken, ob es nicht jemanden in ihrer Lebensumgebung gibt, der auf ein Signal wartet, am Heiligen Abend oder an den Weihnachtsfeiertagen dazu gebeten zu werden. Zuwendung, die man gibt, kommt fast immer zurück, und sei es auf Umwegen! Wer allein ist, sich aber freiwillig in einer Organisation oder in der Nachbarschaftshilfe engagiert, ist meist ohnehin eingebunden. Gibt es doch viele andere, die in ähnlicher Lage sind.

 

Wer aber wirklich niemanden hat und auch niemanden fragen mag: Weihnachten ist ein Fest, das immer Kraft und Trost ausstrahlt, darauf sollte man sich einlassen. So empfinde ich es jedenfalls. Wenn es am 24. Dezember ab Mittag still wird in den Städten und Dörfern, kann man auch mit sich selbst Einkehr halten - und dabei vielleicht den Vorsatz fassen, im kommenden Jahr aktiv auf andere Menschen zuzugehen. Ich wünsche uns allen, dass uns diese Besinnung gelingt.

 

 

ingrid.korosec@kronenzeitung.at