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Rezepte für ein langes Leben

Autor: Ingrid Korosec

Heute 60-Jährige sind biologisch gesehen um 5-8 Jahre jünger als die Vertreter der Vorgängergenerationen. Diese gute Mitteilung war unter vielem anderen Interessanten vor kurzem bei den Gesprächen in Alpbach zu hören. Liebe Leserinnen und Leser, ich denke, ich sage Ihnen damit nichts Neues. Wenn wir an unsere eigenen Eltern oder Großeltern denken, wissen wir, dass wir heute ganz anders leben und leben können. Es hat sich nicht nur durchschnittliche Lebenserwartung allein im vergangen Jahrhundert um 8 Jahre erhöht. Es haben sich auch die „gesunden“ Jahre für die älteren Menschen verlängert, wo sie noch aktiv sein und voll am Leben teilnehmen können. Diese Spanne hat sich sogar um einiges mehr vergrößert als die der „kranken“ Jahre, die halt am Ende eines Lebens für viele auch kommen. Es stimmt also nicht, dass wir Älteren oder gar Alten die Kassen mehr als früher belasten. Jedenfalls nicht in dem Maß, wie wir länger leben.

 

Aber wir leben nicht nur länger, auch die geistige Leistung der Menschen bleibt in späteren Jahren praktisch gleich. Was sie an gedanklicher Schnelligkeit verlieren machen sie durch Erfahrung wett. Außerdem kann man diese Fähigkeit auch noch im reifen Alter trainieren. Nicht etwa nur dadurch, dass man täglich ein Kreuzworträtsel löst. Die Wissenschaft hat festgestellt, dass Menschen, die regelmäßig etwas Sport betreiben, Wandern, Radfahren oder auch ins Fitnessstudio gehen, damit auch ihre intellektuellen Fähigkeiten verbessern. Das eine geistige Beschäftigung zusätzlich anregend wirkt, ist klar.

 

Genau so wichtig ist ein positives Lebensbild. Salopp ausgedrückt: Wer seine spätern Jahre damit verbringt, sich vor Krankheiten oder Hinfälligkeiten zu fürchten und sich hauptsächlich damit beschäftigt, macht sich dadurch älter als er ist. Wer in Pension geht, und gar nichts mehr tut, als auf die nächsten Tage zu warten, hat ebenso ein größeres Risiko, früher zu sterben, als aktive Alterskollegen. All das hat eine deutsche Wissenschafterin bei der Tagung eindrucksvoll vorgetragen.

 

Was können wir daraus schließen? Dass es uns und der Gesellschaft gut tut, wenn wir länger aktiv bleiben. Sei es im Beruf, sei es durch private Tätigkeiten. Viele Menschen beginnen im Pensionsalter ein Hobby, zu dem sie vorher nie die Zeit oder den Mut hatten. Gut so! Wer arbeiten will, sollte ebenso entsprechende Möglichkeiten dazu haben, und nicht durch den Wegfall seiner Pension bestraft werden. Die skandinavischen Ländern, wo im Schnitt länger gearbeitet wird als bei uns, zeigen, dass es dort wirtschaftlich am besten geht, wo die ältere Generation lange ins Erwerbsleben eingebunden ist.

 

ingrid.korosec@kronenzeitung.at