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Was Leserinnen und Leser meinen

Autor: Ingrid Korosec


Was Leserinnen und Leser meinen

 

Nach dem Beitrag „Das traurige Tief dieses Sommers“ erreichten mich zahlreiche Zuschriften. Eine Frau war erst nach Monaten in ihrer Wohnung tot aufgefunden worden.  Ich danke allen, die Briefe, Karten oder E-Mails geschickt haben. Als Seniorenvertreterin bin ich sehr daran interessiert, was Sie meinen, wie wir das Einsamkeitsproblem alter, vielleicht schon kranker Menschen lösen können.

 

Notrufverbindung

 

Ich selbst bin 60 Jahre und habe eine 90 jährige Mutter. Wir (meine Schwester und ich) sind sehr froh, dass wir in der Lage sind, ihr eine 24-Stundenhilfe zu ermöglichen. Zusätzlich haben wir ein Gerät inkl. Notfalluhr vom Roten Kreuz bei ihr installieren lassen. Es wäre für viele eine große Hilfe, hätten sie dieses Gerät. Meine Mutter hat in ihrer Panik Herzbeschwerden zu haben, oft die Rettung verständigt. Ärzte und Sanitäter haben uns freundlich erklärt, es wäre besser 10 mal umsonst Hilfe zu holen, als es 1mal bei einem richtigen Notfall zu unterlassen.

Christine

 

 

Glücklich können sich jene preisen, die in der Atmosphäre der Anteilnahme und der sozialen Wärme leben können. Ist diese Situation jedoch nicht gegeben, bleibt leider kein anderer Ausweg als die Anbindung, speziell von älteren Menschen an ein Notsystem. Abhilfe könnte vielleicht eine Umerziehung zu gegenseitiger Anteilnahme, Respekt und Wertschätzung am Nächsten schaffen.

Brigitta Gröblinger

 

Freundlicher Umgang zwischen Nachbarn

 

Ich wurde in unserem Haus von neuen, jüngeren Mietern bis jetzt höchstens von der Hälfte gegrüßt. Interessant: Junge Leute polnischer oder türkischer Herkunft sind sehr freundlich und sehr hilfsbereit. Dort, wo die Familie noch etwas wert ist, sind es auch die „älteren“ Leute. „Bitte“ und „Danke“ bzw. „Grüß Gott“ und „Auf Wiedersehen“ tun doch nicht weh und zeigen den anderen Respekt. Dann ist es vielleicht auch nicht mehr allzu weit bis zu Interesse und Hilfeleistung.

 

Susanne Westreicher

 

Ich bin 77, herzkrank und sonst nicht gesund. Ich lebe in meinem Einfamilienhaus mit Garten allein. Ich habe mit meiner Nachbarin im nächsten Haus ausgemacht, dass sie bitte nachschauen kommen soll, wenn beide Jalousien bei meinem Schlafzimmer bis 13 Uhr nicht hochgehen. Sie hat einen Reserveschlüssel. Natürlich melde ich mich immer bei ihr, wenn ich verreise. Bei meinem Spargeschäft muss ich mich auch immer abmelden. Vor einigen Jahren habe ich das nicht getan, da hat man sich Sorgen gemacht und mich in der Nachbarschaft angerufen.

Maria Klingler, Tirol


ingrid.korosec@kronenzeitung.at