Home Aktuell

Home Archiv

Korosec

Hos

Wichtiges in Wien

Politik

Kultur

Eine Anregung für das ORF-Programm

Autor: Ingrid Korosec


Eine Idee, die von einer treuen Leserin dieser Kolumne stammt: Frau Brigitte Schellander hat mir geschrieben, wir sollten den ORF anregen, eine spezielle Sendung für Senioren einzurichten, über die man miteinander Kontakt aufnehmen kann. Ihr schwebte wohl eine Radiosendung vor, vorzugsweise auf regionaler Ebene, wo interessierte und unternehmungslustige Menschen der älteren Generation Kontakt zu Gleichgesinnten aufnehmen könnten. Dort würden Ideen und Erlebnisse ausgetauscht, vielleicht auch eine darüber hinausgehende Bekanntschaft geknüpft. Wichtig wäre es, den zuhörenden  Hörerinnen und Hörern das Gefühl zu vermitteln, dass sie nicht allein sind, sondern dass es viele andere Menschen in ähnlicher Lebenslage und mit ähnlichen Bedürfnissen gibt. Vielleicht ganz in ihrer Nähe. Vergnüglich könnte eine solche Sendung ja durchaus auch sein!

Ich reiche diese Anregung hiermit gerne an den ORF weiter! Schon längst hat die ältere Generation das Gefühl, im ORF nur als Zahler willkommen zu sein. Jetzt will man sogar wieder die Gebühren erhöhen. Wir Senioren stellen garantiert die Mehrzahl der Hörer und Seher. In der Programmgestaltung kommt das aber kaum zum Ausdruck. Meine Damen und Herren am Küniglberg: Auch ältere Menschen bringen Quote!  Die Werbewirtschaft hat sich mit ihren Berechnungen zwar bisher hauptsächlich auf die jungen Menschen und die Generation mittleren Alters konzentriert. Warum, ist eigentlich nicht klar. Schon längst sind Senioren eine wichtige Ziel – und Kaufgruppe. Es könnte dem ORF ein Anliegen sein, den Werbern das zu vermitteln. Und damit endlich die Freiheit zu haben, ein Programm auf die Beine zu stellen, das den Senioren entgegenkommt.

Liebe Leserinnen und Leser, die Sie jetzt verwundert sind, warum ich so viel von  Ziel- und Kaufgruppen rede: Das Radio und Fernsehprogramm sind halt auch ein Umfeld für Werbung. In der Programmgestaltung lassen sich die ORF-Manager stark davon beeinflussen, um möglichst gute Werbeaufträge zu bekommen. Zu unserer Genugtuung kommt es aber bereits immer öfter vor, dass auch ältere Menschen  „Models“ in der Werbung sind. Dagegen können wir überhaupt nichts haben. Zeigt es doch,  dass man endlich unsere Jahrgänge als Zielgruppe zu entdecken beginnt – und dass auch ältere Menschen Ästhetik vermitteln können.

Ein anderer Gedanke ist, ältere Menschen mehr als bisher in die Programmgestaltung und Programmauswahl einzubeziehen. Man muss auch dort die Strategie überdenken, Mitarbeiter bei Erreichen bei Pensionsalter automatisch zu entfernen: In der Programmgestaltung sollten möglichst alle Generationen vertreten sein.

ingrid.korosec@kronenzeitung.at