Home Aktuell

Home Archiv

Korosec

Hos

Wichtiges in Wien

Politik

Kultur

Lebensstil und Gefahren jenseits des Fünfzigers

Autor: Ingrid Korosec


Was bringt uns jenseits des 50. Geburtstags noch möglichst viele gute Jahre in Gesundheit? Genauer, welcher Lebensstil und welche Belastungen kosten uns gute Lebensjahre? Eine interessante Untersuchung aus Deutschland hat sich damit beschäftig. Das Rostocker Zentrum zur Erforschung des demografischen Wandels hat sie vor kurzem veröffentlicht. Da wir annehmen können, dass die Verhältnisse bei uns nicht unähnlich sind, möchte ich das gerne für sie schildern.

Nach dieser Studie haben Männer wie Frauen mit 50 dann die höchste restliche Lebenserwartung, wenn sie nicht rauchen, nur mäßig Alkohol trinken, Matura haben und in einem Angestelltenverhältnis sind. Sie sind verheiratet oder leben sonstwie in einem Zweipersonenhaushalt, sind also nicht allein. Sie haben weder hohen Blutdruck noch Diabetes. Bei Frauen kommt hinzu, dass es für die Lebenserwartung gut ist, ein bis zwei Kinder geboren zu haben. Vielleicht weniger aus medizinischen Gründen, sondern weil sie damit anzunehmenderweise sozial gut eingebunden sind.

Weichen einzelne Faktoren  von diesem Bild ab, kann sich die restliche Lebenszeit leider sehr verkürzen. Diabetes kostet jenseits des Fünfzigers nach dieser Untersuchung Männer 21,4 Lebensjahre, Frauen 20,8 Jahre. Umso wichtiger ist es, sich gut an seine Therapie zu halten und regelmäßig zu den Kontrollen zu gehen. Starker Alkoholkonsum ist fast ebenso gefährlich. Er bringt Männer im Schnitt um 16,2 Jahre ihrer Lebenserwartung jenseits der 50. Frauen setzt der Alkohol noch mehr zu. Sie verlieren dadurch 23,1 ihrer restlichen Jahre. Beides, Rauchen wie starker Alkoholkonsum sind nicht einfach Schicksal. Davon kann man sich befreien. Ihr Arzt kann Ihnen dabei zur Seite stehen. Bluthochdruck steht als nächstes auf dieser Negativliste. Er kostet Männer 7,4 ihrer Jahre ab 50, Frauen 12,4 Jahre. Auch hier kann der Arzt helfen.

Auch eine durchlittene Scheidung nimmt her – das ist nach dieser Untersuchung nicht zu leugnen. Männer wie Frauen riskieren dadurch rund 9 ihrer theoretisch guten Lebensjahre ab 50. Eine Scheidung kann man sich meist nicht aussuchen. Umso wichtiger ist es, dass man darauf achtet, dass die übrigen Lebensfaktoren stimmen.

Arbeitslosigkeit ist ein weiterer Risikofaktor. Sie setzt Männern mit 14,3 gefährdeten Jahren mehr zu als Frauen. Das unterstreicht, wie wichtig verantwortungsvolles Vorgehen von Politik und Wirtschaft hier ist.  - Bitte werden sie nicht trübsinnig, falls bei Ihnen gleich mehrere Risikofaktoren zusammen kommen! Das sind statistische Werte. Jedes Leben ist individuell und es ist nie zu spät ist, für sich etwas zu tun!

 

ingrid.korosec@kronenzeitung.at