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Pflege und Betreuung: Hände weg von Eigentum und Vermögen

Autor: Ingrid Korosec


Eine umfassende Gesundheitsversorgung ist notwendig

Das Pflegegeld wurde erhöht und bei der 24-Stunden-Betreuung wurde die Vermögensgrenze abgeschafft und die Förderung erhöht. Es freut uns, im Wiener Seniorenbund natürlich, dass unsere seit langem vehement vorgebrachten Forderungen endlich umgesetzt wurden.

Dies ist für mich ein Grund, eine umfassende Gesundheitsversorgung zu fordern, zumal nach wie vor wichtige Verbesserungen ausstehen: Der Zugriff auf angespartes Vermögen und auf das Eigentum Angehöriger muss abgeschafft werden und die Finanzierung des gesamten Gesundheitssystems einschließlich der Pflege soll aus einer Hand erfolgen.

Es darf keinen Unterschied zwischen kranken und pflegebedürftigen Menschen geben, wenn es um die fachgerechte Betreuung, Medikamente oder pflegerische Leistungen geht. Wer eine e-card besitzt, soll künftig gleich behandelt werden, ob er sich im Spital befindet, in einem Pflegeheim lebt oder zu Hause gepflegt wird.

Es geht nicht an, dass Patienten im Krankenhaus zwar bestens versorgt, dann aber in häusliche Pflege entlassen werden ohne dass diese gesichert ist. Zum Teil leisten Angehörige unter großen Opfern die Betreuung, zum Teil werden soziale Dienste oder 24-Stunden-Betreuer zur teuren Hilfe. Ganz zu schweigen vom Spießrutenlauf zu einem Platz im Pflegeheim.

In allen Fällen werden der zu pflegende Mensch und seine Angehörigen zu Bittstellern, die um Pflegegeld, Vergünstigungen bei Medikamenten, soziale Dienste, 24-Stunden-Betreuer oder einen Heimplatz „ansuchen“ müssen. Und darüber thront drohend ein schmerzlicher finanzieller Eingriff bis hin zur Auflösung der Ersparnisse des  zu Pflegenden und der Angehörigen.

Darum fordere ich: Hände weg vom Eigentum, kein Zugriff auf Ersparnisse und Vermögen! Stellen wir das Gesundheitssystem doch auf eine gemeinsame Basis, die aus einer Hand finanziert wird. Der oft wortreich strapazierte Sozialstaat muss auch für Pflege – egal wo sie erbracht wird – zuständig sein.

Die Idee. einen „Pflegefonds“ aus dem Verkauf bisher staatlicher Betriebe zu dotieren und damit die Kosten für Pflege und Betreuung abzufangen, ist für mich ein guter, aber nur erster Schritt auf den richtigen Weg.

Die optimale Lösung ist eine Gesundheitsreform, wo alle Finanzierungsströme im österreichischen Gesundheitssystem zusammengefasst werden und die Finanzierung „aus einer Hand“ erfolgt.
Das kann so effizient erfolgen, dass es zu keinen Mehrkosten im Gesundheitssystem kommt, obwohl Prävention, Kuration, Rehabilitation, Pflege und Palliation gleichrangig finanziert werden.

Dazu braucht es mutige Politiker/innen, die mit Effizienzsteigerung, hoher Transparenz einen nachhaltigen Systemumbau beginnen, um allen Menschen in Österreich eine umfassende Gesundheitsversorgung zu garantieren.