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Was wir im Weihnachtstrubel nicht vergessen sollten

Autor: Ingrid Korosec

Ingrid Korosec

Weihnachten und die Wochen vorher sind für viele Menschen eine kritische Zeit: Berufstätige Mütter und Väter sind gehetzt und überlastet und fühlen sich von allen Seiten unter Druck gesetzt. Beruflich sowieso, steht doch der Jahresschluss vor der Tür. Druck fühlen sie aus Richtung der eigenen Kinder, denen sie Zeit mehr widmen sollten.

Weihnachten ist eben nur einmal im Jahr und es sollte eine stille und besinnliche Zeit sein. Wie macht man das neben allen bisherigen Verpflichtungen? Die weitere Familie und der Partner erwarten ebenso Zuwendung und dann Geschenke, die man sich vielleicht  gar nicht leisten kann. 

Übertriebene  Sorgen? Vielleicht, aber das entspricht in vielen Fällen der Realität. Kein Wunder, dass es in diesen Tagen, die zu den schönsten des Jahresablaufs zählen sollten, in vielen Familien und Beziehungen kriselt.

Viele Menschen haben aber gar nicht die Möglichkeit, an diesem Weihnachtstaumel teilzuhaben. Das sollten wir nicht vergessen. Mehr Menschen als man denkt, haben weder Familie noch Freunde, denen sie Zuwendung geben können oder von denen sie zu Weihnachten besondere Beachtung erfahren. Dazu zählen viele ältere Personen.

Viele können auch finanziell beim Weihnachtstrubel nicht mithalten. Pensionisten mit schmaler Brieftasche, aber auch viele junge Menschen, die beruflich nicht Tritt gefasst haben. Für viele Alleinerzieherinnen ist Geldmangel ein Dauerzustand, der sich zu diesem Fest besonders schmerzlich bemerkbar macht. Einsamkeit kommt oft noch hinzu oder man schämt man sich für dieses eigene Schicksal.

Wir sollten alle versuchen, zu Weihnachten wesentlich zu werden. Lassen wir weg, was wir nicht unbedingt brauchen. Halten wir aber die Augen aber offen, ob es in unserer Umgebung Menschen gibt, dem zu Weihnachten Einsamkeit droht. Am Arbeitsplatz, im Haus, in dem wir wohnen. 

Man sollte nicht scheuen, sie anzusprechen und sie zur eigenen Feier zu Hause einzuladen. Eine Person mehr wird vielleicht unserem Fest einen neuen schönen Sinn geben. Umgekehrt sollte man sich aber auch freundlich einladen lassen. Aufeinander zugehen braucht beide Seiten!

Wer das alles nicht will und lieber allein bleiben will zu Weihnachten, den oder die verstehe ich auch. Weihnachten hat eine Kraft in sich, die tröstet und stärkt, auch wenn man nur mit sich ist. Diesen Zauber von Weihnachten  verspüren auch Erwachsene und ältere und alte Personen – selbst wenn sie es nicht zugeben.

Spätestens am Nachmittag des 24. , wenn es still in den Straßen wird, kehrt tatsächlich eine große schöne Ruhe ein. Dass es ihnen in der einen oder anderen Form auch so gehen möge wünscht Ihnen sehr herzlich


Ihre Ingrid Korosec

ingrid.korosec@kronenzeitung.at