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Wettlauf um den günstigsten Preis

Foto: Fotolia.com
Ing. Mag. Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes „Alles, was der stationäre Handel über seine Kunden weiß, weiß er durch den Einsatz von Kundenkarten.“/Foto: Foto Wilke

Überall Kundenkarten, überall Sonderangebote: Macht das noch Sinn?

 

Einkauf mit Kundenkarte und damit König? Die Karte gewährt längst keine Bevorzugung mehr, die „normalen“ Preise sind die, die es samt Karte gibt. So kalkulieren Billa & Co in Wirklichkeit. Wer die Karte nicht hat oder nicht vorzeigt, hat das Nachsehen.

 

Wie viele Kundenkarten haben Sie? Die Brieftasche oder Geldbörse ist bei vielen Menschen prall gefüllt. Leider nicht mit Geld, sondern mit Karten. Kundenkarte für Billa und Co, IKEA, Libro, Reiter usw., wie die großen Händler alle heißen. Auch viele kleinere Geschäfte haben eigene Karten. Mann/Frau verliert den Überblick und hat längst nicht immer alle Karten parat – oder vergisst, sie zu zeigen.

 

Die Karten liefern Kundendaten

Warum machen die Unternehmen das? Macht das noch Sinn? ab5zig hat Ing. Mag. Rainer Will dazu befragt. Er ist Geschäftsführer des Handelsverbandes, das ist die freiwillige Interessenvertretung von etwa 100 großen Handelsunternehmen in Österreich. „Alles, was der stationäre Handel über seine Kunden weiß, weiß er durch den Einsatz von Kundenkarten“, sagt er. Damit können die Betriebe verfolgen und planen, welche Artikel von wem und wann gekauft werden – und danach ihr Sortiment richten. Jeder seriöse Händler informiere seine Kunden vor Beantragen einer Kundenkarte darüber, dass damit Daten gesammelt werden, meint Überall Kundenkarten, überall Sonderangebote: Macht das noch Sinn? Wettlauf um den günstigsten Preis Einkauf mit Kundenkarte und damit König? Die Karte gewährt längst keine Bevorzugung mehr, die „normalen“ Preise sind die, die es samt Karte gibt. So kalkulieren Billa & Co in Wirklichkeit. Wer die Karte nicht hat oder nicht vorzeigt, hat das Nachsehen. Will. Der klassische Handel könne damit einen Nachteil ausgleichen, den er gegenüber dem Online-Handel im Internet hat. „Dort wird jeder Klick dokumentiert und analysiert.“

 

Dank Karte, so Wille, erhält jeder die gleichen Vorteile und Rabatte: „Unabhängig davon, ob man ein 20-jähriger Student oder eine 56-jährige Mutter mit Kindern und Enkelkindern ist.“ Das Problem mit den vielen Karten ist keines, wenn man sie digital auf seinem Handy verfügbar macht. „Ich persönlich habe schon alle meine Karten aufs Handy umgestellt, sonst müsste ich mir mittlerweile wohl die Handtasche meiner besseren Hälfte ausborgen.“ Entsprechende Apps für das Mobiltelefon gibt es. Mittelfristig, so sagt er voraus, würden die Kartenvorteile ohnehin fast ausschließlich über Smartphone, Smartwatch oder andere „Wearables“ funktionieren.

 

Rabatte sind einkalkuliert

Ehrlich, zahlt irgendjemand heute noch den „normalen“ Preis ohne Sonderaktionen usw.? „Selbstverständlich wird ein guter Kaufmann die Rabatte bei der Kalkulation berücksichtigen, jedoch wird der Rabatt niemandem vorenthalten, da es jedem möglich ist, eine Kundenkarte zu erhalten“, erklärt der Geschäftsführer des Handelsverbandes. Und warum die vielen Preisaktionen? Vor allem im Lebensmittelhandel seien „die Gewinnspannen so klein, wie die Konkurrenz groß ist“, bemerkt Will dazu. So gibt es viele Kunden, die, ausgerüstet mit den wöchentlichen Werbeblättern, suchend durch die Supermärkte streifen. „Verwirrung“ angesichts so vieler Sonderaktionen entstehe nur dann, so Will, „wenn die Angebote schlecht ausgewiesen sind“.

 

Trend zur Zustellung

Was kommt daher als nächstes? „Der Trend geht Richtung Customer Convenience, d.h. die Bequemlichkeit und der Komfort des Kunden rücken in den Mittelpunkt“, sagt der Handelsexperte voraus, Transport nach Hause, Möglichkeit einer kostenfreien und flexiblen Rückgabe. „In diesem Bereich hat der Online-Handel die Latte sehr hoch gesetzt und den Kunden anspruchsvoller gemacht.“ Man kann beobachten, wie z.B. der Lebensmittelhandel mit Angeboten, die gekauften Waren zuzustellen, dagegen aufrüstet.


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