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Schulterschmerzen nicht auf die leichte Schulter nehmen

In Zusammenarbeit mit den Fachärzten des Evangelischen Krankenhauses Wien. Tel. +43-1-404 22 503


Eine ungestörte Beweglichkeit des Armes erfordert eine intakte Funktion des gesamten Schultergürtels. Dazu gehört nicht nur das Schultergelenk selbst, sondern auch das Schlüsselbein mit den Verbindungen zum Schulterblatt und zum Brustbein. Ebenso eine Gleit-Drehbewegung des Schulterblattes am Rücken und ein ungehindertes Gleiten des Oberarmkopfes unter das Schulterdach bei Heben des Armes. Schmerzfreies Bewegen des Armes erfordert ein ungehindertes Zusammenspielen dieser 5 Bewegungssegmente. Ein Beitrag von OA Dr. Sabine Junk-Jantsch

Das Schultergelenk selbst ist ein sehr gut bewegliches Kugelgelenk. Der Oberarmkopf ist viermal größer als die Gelenkspfanne in der er sich bewegt. Pfanne und Kopf werden von einer weiten und dünnen Kapsel eingehüllt, die alleine nicht im Stande wäre ein Herausgleiten des Kopfes in der Bewegung zu verhindern. Die notwendige Stabilität der Schulter wird durch Bänder, Sehnen und Muskulatur gewährleistet. Eine wichtige Aufgabe übernimmt dabei die Rotatorenmanschette, die wie eine Kappe den Oberarmkopf umgibt. Diese Rotatorenmanschette ist für eine Vielzahl von Beschwerden, insbesondere in der zweiten Lebenshälfte verantwortlich.

Die Beschwerden
Veränderungen im Schultergelenk selbst oder an den Weichteilen (Kapsel-Bandapparat, Rotatorenmanschette) zeigen sich mit Schmerzen im mittleren Oberarmbereich bis zur Schulter beim Heben oder Drehen des Armes und/oder bei Überkopfbewegungen. Die Schulter wird zunehmend steifer und schwächer.

Den Anstoß etwas gegen diese Schmerzen zu unternehmen, gibt oft erst der Nachtschmerz. Wiederholtes Aufwachen in der Nacht beim Liegen auf der erkrankten Seite beeinträchtigt zunehmend die Lebensqualität. Die Beschwerden beginnen entweder ganz ohne Ursache oder nach einer leichten Verletzung und verstärken sich im Laufe der Zeit. Seltener sind Erkrankungen wie Luxationen (Ausrenken der Schulter) bzw. frische unfallbedingte Zerreissungen der Muskel-Sehnenmanschette, wo sofort eine ärztliche Therapie notwendig ist.

Die Diagnostik
Die Aufklärung der Ursache von Schulterschmerzen beginnt mit einem genauen Anhören des Patienten über die Art und das Auftreten der Beschwerden. Auf diesem Wege kann ein geübter Untersucher bereits wesentliche Rückschlüsse auf Ursache bzw. Schwere der Veränderungen ziehen. Röntgenbilder, eine Ultraschalluntersuchung sowie in Einzelfällen eine Kernspintomographie oder Computertomographie ergänzen und erhärten die Diagnose.

Engpaßsyndrom (Impingementsyndrom)
Die Kugel des Oberarmkopfes gleitet beim Heben des Armes unter das Schulterdach. Dieses wird vom Schulterblatt und vom Schlüsselbein gebildet. Zwischen diesen beiden knöchernen Strukturen liegt die Muskelsehnenkappe (Rotatorenmanschette) und als Gleitschicht ein Schleimbeutel. Der Platz zwischen den knöchernen Anteilen ist relativ klein, sodaß Veränderungen entweder an der Zwischenschichte im Bereich des Schleimbeutels oder der Rotatorenmanschette bzw. am Knochen mit Verkalkungen oder Verknöcherungen zu einem Einklemmen der Weichteile führen können.

Dieses Einklemmen hat zur Folge, daß es zu einem Anschwellen und Verdicken der Sehnen kommt und damit zu einer zunehmenden schmerzhaften Funktionseinschränkung des Gelenkes. Besonders gefährtet sind dabei jene Menschen, die ein stark nach vorne gebogenes Schulterdach haben, weil in diesen Fällen das Raumangebot zwischen den knöchernen Strukturen anlagebedingt relativ eng ist.


Die Therapie
Das therapeutische Ziel ist es, den Platz für das Gleiten des Oberarmkopfes unter dem Schulterdach wieder zu vergrößern. Im Anfangsstadium können Schwellungen des Schleimbeutels und der Sehnenkappe durch Vermeidung gewisser Bewegungsmuster, physikotherapeutische Maßnahmen sowie lokale, gezielte Infiltrationen günstig beeinflußt werden.

Gelingt es innerhalb von einigen Monaten nicht, eine Beschwerdefreiheit zu erreichen, so muß die Operation das Platzgleichgewicht wieder herstellen. Dabei werden entweder knöcherne Veränderungen am Schulterdach oder am Schlüsselbein beseitigt ,oder Sehnenverkalkungen, Schleimbeutelentzündungen oder Verknöcherungen am Oberarmkopf entfernt.

Nicht zu lange warten...
Läßt man dieses Engpaßsyndrom zu lange bestehen, hat dies eine Schädigung der Sehnenkappe zur Folge, wobei im Extremfall es zum Zerreissen oder Abreissen des Muskelsehnenmantels kommen kann. In diesen Fällen ist eine zusätzliche operative Wiederherstellung der Rotatorenmanschette notwendig, da es sonst zu einem irreversiblen Kraft- und Beweglichkeitsverlust des Schultergelenkes kommt.

Zum Teil können diese Operationen, ähnlich wie beim Kniegelenk durch arthroskopische Techniken durchgeführt werden. Bei Rotatorenmanschettenrissen wird häufig der offenen Technik der Vorzug gegeben um eine sicher stabile Rekonstruktion zu erreichen. In beiden Fällen muß jedoch nach erfolgter Operation eine ca. 6 wöchige Schonung des Armes eingehalten werden.

Je früher der Zeitpunkt der operativen Sanierung gewählt wird, desto rascher setzt auch die Wiederbelastbarkeit und die Kraft des Armes ein. Es ist daher wichtig bei Schulterschmerzen möglichst frühzeitig ärztlichen Rat einzuholen um den richtigen Zeitpunkt einer konservativen oder operativen Therapie zu erkennen.

Ausrenken der Schulter (Luxationen)
In der Hauptsache werden 2 Arten von Schulterluxationen unterschieden. Bei angeboren flacher Gelenkspfanne und weiter Gelenkskapels entstehen Luxationen bereits im jugendlichen Alter. Diese Patienten sind häufig selbst in der Lage sich die Schulter wieder einzurenken und es wird in erster Linie durch physiotherapeutische Maßnahmen mit intensiver Heilgymnastik behandelt.

Entsteht eine Luxation unfallbedingt mit Ablösen von Kapselstrukturen am Gelenkspfannenrand oder sogar mit knöchernen Laesionen, so wird eher der operativen Therapie der Vorzug gegeben. Das Ziel der Operation ist es dabei die knöchernen Laesionen zu korrigieren und die Stabilität des Kapsel-Bandapprates wieder herzustellen.


Schultergelenksabnützung (Arthrose)
Ähnlich wie bei Hüft- und Kniegelenken kann auch die Schulter eine Abnützung entwickeln. Dabei handelt es sich um ein zugrunde Gehen der Knorpelschichte zwischen den Gleitpartnern (Oberarmkopf und Gelenkspfanne). Der Oberarmkopf entrundet sich, der Gelenksspalt wird immer schmäler, es entsteht ein Gelenkserguß und eine zunehmende Schmerzhaftigkeit und Bewegungseinschränkung im Gelenk.

Bei schwerer Abnützung der Schulter ist das Einsetzen einer Schultergelenksprothese Therapie der Wahl. In den letzten Jahren ist es in der Entwicklung der Schulterendoprothetik zu einem deutlichen Fortschritt gekommen. Die Implantate werden genau den anatomischen Gegebenheiten der ursprünglich gesunden Schulter angepaßt. Je nach Grad der Arthrose wird entweder nur ein neuer Oberarmkopf mit einem Schaft implantiert, oder aber dieser Kopf noch zusätzlich durch eine Gelenkspfanne geführt.

Während es bis vor wenigen Jahren nicht möglich war, Patienten mit Abnützungen der Schulter und begleitenden Rissen in der Rotatorenmanschette durch eine Schulterprothese eine wesentliche Verbesserung der Kraft und Beweglichkeit zu garantieren, ist es in letzter Zeit durch neue Implantate zu einem deutlichen Fortschritt betreffend Schmerzfreiheit, Zunahme der Beweglichkeit und Kraftgewinn gekommen.








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