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Mir hilft der Arzt - wozu Selbsthilfegruppen?

Das Netz der medizinischen Versorgung ist in Wien sehr dicht. Warum schließen sich also Kranke oder ihre Angehörigen zu Selbsthilfegruppen zusammen?

Manche meinen, dies sei unsinnig – viele Betroffene sind sehr glücklich darüber, dass es diese privaten Initiativen gibt. Was geschieht überhaupt in einer Selbsthilfegruppe?

Am bekanntesten sind die Anonymen Alkoholiker – eine Selbsthilfegruppe für Alkoholkranke. Es hilft ihnen selbst   und anderen Betroffenen, wenn Menschen, die über Jahre hinweg hart gegen ihre Sucht kämpfen, darüber reden. Erfahrene Gesprächsleiter und Gruppenmitglieder geben einander Rat und Hilfe, das hilft dem einzelnen, den Kampf "trocken zu bleiben" bestehen zu können.

Aber auch wenn es um kleinere Probleme geht, hilft eine Gruppe. Denken Sie an die Weight-Watchers! Dort allerdings "erkaufen" Sie sich Ihr Abnehmen. Im Gesundheitsbereich hingegen gibt es  viele Selbsthilfegruppen, die nicht auf Gewinn ausgerichtet sind.

Alltags-Beratung
Eine Selbsthilfegruppe bietet auch eingehende Beratung. Menschen, die z. B. nach einem Schlaganfall mit teilweisen körperlichen Behinderungen ihr alltägliches Leben managen müssen, schätzen Ratschläge und Erfahrungen, wie sie die eigene Wohnung – möglichst günstig – so gestalten können, dass sie bequem und sicher mit den veränderten Voraussetzungen leben können. Das geht oft über den medizinischen Rat beim Arztbesuch weit hinaus. Aber jede gute Selbsthilfegruppe kooperiert eng mit Ärzten und Spitälern und hat Kontakt zur Pharmaindustrie. Mit diesen medizinischen Fachleuten werden Weiterbildungsveranstaltungen angeboten.

Jeder möchte doch heute mehr über seine Krankheit wissen, vor allem, wenn er lange Zeit hindurch damit belastet ist. Nicht nur Diabetiker, wo der medizinische Fortschritt beachtlich ist und die Technik des "Spritzens" immer einfacher wird, möchten sich über neue Entwicklungen informieren. Eine der wichtigen Funktionen der Selbsthilfegruppen sind auch Fachvorträge und Informationsveranstaltungen für die Betroffenen über viele praktische Auswirkungen und Vorkehrungen im Hinblick auf ihre Krankheit.

Manchmal bemüht sich eine Selbsthilfegruppe auch im Vorfeld der ärztlichen Versorgung, in dem sie Symptome einer Krankheit in der Bevölkerung bekannt macht. Damit steigt die Chance zum frühzeitigen und damit zeitgerechten Arztbesuch.

Auch für Angehörige
Großes wurde da national und international in den späten achtziger Jahren auf dem Gebiet der Alzheimerkrankheit geleistet. Heute konzentrieren sich bei der Alzheimerkrankheit die Selbsthilfegruppen auf jene Menschen, die einen kranken Angehörigen zu Hause pflegen. Die Pflegenden brauchen bei ihrer nervlich und körperlich enorm anstrengenden Tätigkeit Rat, Hilfe und Zuspruch. Dafür ist der Arzt nicht unmittelbar zuständig.

Aber auch rein finanzielle Fragen können Patienten und Angehörige verunsichern. Wie wird das Pflegegeld berechnet? Welche steuerliche Erleichterungen kann man bei Diabetes und anderen chronischen Krankheiten in Anspruch nehmen? Wie lange ist jemand bei beginnender Demenz gesetzlich voll handlungsfähig? Wohin sollen sich pflegende Angehörige wenden?

Es gibt zwar heute eine Flut von Informationen zu Problemen, die über die rein medizinische Versorgung hinausgehen. Öffentliche und private Stellen – Sozial- und Familienministerium, die Sozialservicestellen des Bundessozialamtes, die Landesregierungen, die Ärzte- und die Apothekerkammer. Aber dennoch haben sich die Selbsthilfegruppen ihren Platz im Informationssystem gesichert. Eine große Menge an Informationen und Zuständigkeiten verwirrt ja doch oft und macht den Gang durch die Institutionen nicht leichter. Gerade dabei kann eine Beratung bei einer Selbsthilfegruppe eine unschätzbare Hilfe sein.

Kostenloses Verzeichnis
Es gibt eine breite Palette dieser Initiativen im Gesundheitsbereich: von A wie Autismus bis Z wie Zeckenopfer. Das Jahresverzeichnis aller österreichischen Selbsthilfegruppen gibt einen guten Überblick mit Adressen und Ansprechpersonen. Zu bestellen ist diese kostenlose Broschüre beim Fonds "Gesundes Österreich" – Mariahilfer Straße 176, 1150 Wien, Tel. 895 04 00.

Dr. Michaela Wein








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