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Künstliches Hüftgelenk durchs "Schlüsselloch"

Kleine Schnitte für große Schritte

In Zusammenarbeit mit den Fachärzten des Evangelischen Krankenhauses Wien.

Tel. +43-1-404 22 - 0


Vorteilhaft, jedoch nicht für Jedermann!
Von Univ.Prof. Primarius
Dr. Gerald Pflüger

Am Tag nach der Hüftoperation nach Hause gehen! Klingt unwahrscheinlich, ist aber in einigen US-amerikanischen Zentren - nicht zuletzt aus Kostengründen - bereits gängige Praxis. Und zwar dann, wenn der Patient schon selbständig ins Bett und aus dem Bett gelangt, mindestens 30 Meter und eine Treppe ohne fremde Hilfe bewältigen kann.

Möglich wird diese rasche Mobilisierung durch die so genannte minimalinvasive Operationstechnik, bei welcher die Hüftgelenksprothese durch einen nur noch 7-8 cm kleinen Schnitt in der Leistengegend eingesetzt wird. Auch in Österreich gibt es bereits derartige Erfahrungen.

Im Evangelischen Krankenhaus Wien - übrigens eines der ersten mitteleuropäischen Kompetenzzentren für Orthopädie - setzt das erfahrene Team unter der Leitung von Univ. Prof. Primarius Dr. Gerald Pflüger Hüftgelenksprothesen, alternativ zur konventionellen Operationstechnik, auch auf minimalinvasivem Weg erfolgreich ein.

Vorteile für den Patienten?!
Bei der seit Jahren bestens bewährten, konventionellen Operationstechnik wurde von seitlich oder rückwärts zum Hüftgelenk zugegangen und so sparsam und schonendst Teile von Muskelansätzen gelöst. Damit konnten und können nach wie vor exzellente Ergebnisse erzielt werden.

Die minimalinvasive Methode setzt den üblicherweise nur noch 7-8 cm großen Schnitt von vorne, in der Leistengegend, an. Dadurch wird die Weichteilheilung beschleunigt und die Rehabilitation vereinfacht. "Der Patient hat kaum Schmerzen, ist dadurch sehr rasch mobilisierbar und kann üblicherweise innerhalb weniger Tage wieder hinkfrei gehen", sagt Abteilungsvorstand Univ. Prof. Dr. Gerald Pflüger.

Entscheidung ist individuell zu treffen
Werden Hüftgelenksprothesen also künftig generell "durchs Schlüsselloch" eingesetzt werden?

Hier warnt Prof. Pflüger vor allzu großer Euphorie: "Der Zug der minimalinvasiven Chirurgie ist voll im Laufen und auf einem guten Weg. Doch so sinnvoll es auch ist, dem Patienten schnellstmöglich die Rückkehr in seine gewohnten Alltagsaktivitäten zu ermöglichen, das wichtigste Kriterium ist nach wie vor die sofortige Belastbarkeit des operierten Gelenkes. Es kann nur im Einzelfall entschieden werden, welcher Operationsmethode der Vortritt zu geben ist. Eine unnötige Verlängerung der Operationszeit zugunsten des minimalinvasiven Zuganges erscheint uns in vielen Fällen nicht gerechtfertigt. Dies insbesondere, da die Ergebnisse einige Tage nach der Operation ident sind."

Wo konventionell operiert werden soll
Für beträchtliche Fehlstellungen im Gelenksbereich, Längendifferenzen, angeborene Hüftluxationen, extreme Fettleibigkeit sowie bei Nachoperationen ist nach Auffassung von Prof. Pflüger und Oberarzt Dr. Koppelent der konventionellen Technik der Vortritt zu geben. Des Weiteren eignen sich auch nicht alle Prothesenmodelle für die minimalinvasive Operationsmethode.

Ein neues Hüftgelenk "durchs Schlüsselloch" - für manche eine hervorragende Alternative, aber offenbar noch kein endgültiger Ersatz für die bislang bewährte Methode. Am besten, man vertraut also als Betroffener auf die Erfahrung des Chirurgen, denn nur dieser kann im Einzelfall, nach sorgfältigem Abwägen beider Methoden gegeneinander, einen maximalen Langzeiterfolg gewährleisten. Und auf den kommt es letztlich - nicht nur bei neuen Hüftgelenken - an!

Service-Info:
Evangelisches Krankenhaus Wien
Telefon 40422 - 4012








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