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Divertikel im Dickdarm

In Zusammenarbeit mit den Fachärzten des Evangelischen Krankenhauses Wien. Tel. +43-1-404 22 503

Von Prim. Dr. Peter Jiru

Divertikel im Dickdarm

Nahezu die Hälfte aller Menschen über 70 Jahre hat sie - ohne jemals davon zu erfahren bzw. ein Krankheitsanzeichen zu verspüren: Divertikel im Dickdarm. Rund 10% aller "Divertikelträger" bedürfen aufgrund von Beschwerden einer ärztlichen Behandlung. Nur ein geringer Teil dieser Patienten benötigt einen chirurgischen Eingriff. Dann bietet sich die schonende Behandlung mittels Laparoskopie an.

Was sind Divertikel?
Divertikel sind kleine Ausstülpungen der Darmwand von Pfefferkorn- bis etwa Erbsengröße. Sie entstehen wahrscheinlich durch eine sich im Laufe des Lebens entwickelnde Schwäche der Darmwandmuskulatur. Ihre Entstehung wird durch unsere "westlichen" Lebens- und Ernährungsgewohnheiten gefördert; so ist etwa in Afrika dieses Krankheitsbild weitgehend unbekannt. Zu viel Fleisch, zuwenig Gemüse und andere Ballaststoffe sowie Übergewicht - all das fördert die Entstehung von Divertikeln. Einmal entstanden, können sie auch nicht mehr verschwinden und die Betroffenen müssen lernen, damit zu leben.

Meist treten Divertikel in der linken Hälfte des Dickdarms, dem sogenannten "Sigma" auf, seltener in anderen Dickdarmteilen.

Welche Beschwerden können Divertikel machen?
Vorsicht: Oft machen Divertikel gar keine Beschwerden - viele Patienten wissen gar nicht, dass sie welche haben - aber bei 10% treten doch Entzündungen oder Blutungen auf.

Entzündungen können in unterschiedlichen Schweregraden auftreten, von meist leichten, ziehenden Schmerzen im Unterbauch, die nach einigen Tagen von selbst wieder verschwinden, bis zu heftigen Schmerzattacken mit Fieber, die im Krankenhaus mit Infusionen und Antibiotika behandelt werden müssen.

Meist klingen die akuten Symptome nach einer solchen "konservativen" Therapie innerhalb weniger Tage ab, aber bei vielen dieser Patienten bleiben doch Vernarbungen der Darmwand zurück, die gelegentlich zu chronischen Schmerzzuständen und Verstopfung führen können. Auch Fisteln zu anderen Darmanteilen oder zur Harnblase können sich als Folge dieser Entzündungsschübe ausbilden.

Trübe Aussichten: Treten solche schwere Entzündungsattacken zwei- oder dreimal innerhalb eines überschaubaren Zeitraumes auf, dann ist die Wahrscheinlichkeit auf ein weiteres Leben ohne Beschwerden sehr gering, sodass über eine chirurgische Behandlung nachgedacht werden sollte.

Die schwerste Verlaufsform ist die gedeckte oder freie "Perforation", also ein Platzen eines Divertikels mit Austritt von Darminhalt in die Umgebung. Dies führt je nach Ort des Platzens entweder zu einem Abszess, der manchmal noch mittels einer computertomografisch gesteuerten Punktion und Ableitung behandelt werden kann, oder aber zu einer Bauchfellentzündung, die eine lebensbedrohliche Situation darstellt und einer sofortigen Operation bedarf; meist mit der vorübergehenden Notwendigkeit der Anlage eines künstlichen Ausganges.

Blutungen aus Divertikeln sind nicht so häufig und hören meist von selbst auf. Selten sind sie so heftig, dass Blutkonserven gegeben werden müssen und noch seltener ist eine Notoperation nötig.

Wie werden Divertikel diagnostiziert?
Normalerweise werden Divertikel im Rahmen eines Dickdarmröntgens (Irrigoskopie) oder einer Dickdarmspiegelung (Coloskopie) entdeckt. Wenn eine akute Entzündung vorliegt, wird das Ausmaß der Veränderungen am besten mit einer Computertomografie festgestellt und beurteilt.

Behandlungsmöglichkeiten
Üblicherweise werden akute Entzündungsschübe mit Infusionen und Antibiotika behandelt. In vielen Fällen führt das zu einer raschen Besserung.

Sollte ein komplizierter Krankheitsverlauf vorliegen, muss sofort ein operativer Eingriff vorgenommen werden. Dabei handelt es sich dann um eine große Bauchoperation mit der Entfernung des entzündeten Darmanteils. Im Regelfall ist die vorübergehende Anlage eines künstlichen Ausgangs nötig. In den meisten Fällen bedeutet das einen lebensbedrohenden Zustand mit mehrtägigem Aufenthalt auf der Intensivstation.

Laparoskopische Dickdarmoperation
Wenn sich ein chronisches Krankheitsbild entwickelt hat, d.h. sich immer wieder Schmerzattacken mit Fieber zeigen und die Patienten auch Stuhlprobleme haben, sollte über eine operative Sanierung nachgedacht werden. Diese Operation kann unter "elektiven" Kriterien, d.h. unter geplanten, optimalen Bedingungen durchgeführt werden.

Seit einigen Jahren ist die Durchführung dieser geplanten Operationen auch mittels der laparoskopischen Operationstechnik möglich: lediglich 4 kleine Einstiche und ein etwa 5 cm großer Schnitt sind nötig, um das betroffene Dickdarmstück zu entfernen. Der Vorteile dieser Operationstechnik:

deutlich weniger Schmerzen,
die Darmtätigkeit setzt viel früher ein,
mit der Nahrungsaufnahme kann bereits nach wenigen Tagen begonnen werden,
der Heilungsverlauf wird wesentlich verkürzt und die Patienten können ihren normalen Alltag nach etwa zwei Wochen nahezu beschwerdefrei bewältigen.

Die bisherigen Erfahrungen mit der laparoskopischen Dickdarmresektion bei Divertikulitispatienten sind so ermutigend, dass man den Patienten beruhigt raten kann, sich bereits beim Auftreten der zweiten Schmerzattacke innerhalb eines Jahres dieser Behandlung zu unterziehen, um spätere schwerwiegende und lebensbedrohliche Komplikationen zu vermeiden.

An der chirurgischen Abteilung des Evangelischen Krankenhauses steht ein sehr erfahrenes Team mit Spezialisten der laparoskopischen Dickdarmchirurgie zur Verfügung, das mittlerweile "Minimal-Invasive" Eingriffe auch bei anderen Erkrankungen des Dickdarms, wie bei Polypen oder auch bösartigen Tumoren durchführen kann.

Dr. Peter Jiru
Primar am Evangelischen Krankenhaus Wien
Facharzt für Chirurgie
Tel.: 01/470 47 02

 

 








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