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Was kann Akupunktur wirklich?

Die ersten Akupunkturbehandlungen dürften in China schon in der Steinzeit durchgeführt worden sein, entsprechend dem Zeitalter mit Nadeln aus Stein.


Daß sich die Akupunktur bis heute als Behandlungsmethode erhalten hat, daß sie seit den siebziger Jahren bei uns im Westen immer populärer wird, daß sie seit 1986 sogar vom obersten Sanitätsrat in Osterreich für bestimmte Krankheiten offiziell anerkannt ist, das alles spricht dafür, daß etwas dran sein muß. Bericht von Dr. Gertrude Kubiena.

Mit Akupunktur können wohl STÖRUNGEN, nicht aber ZERSTÖRUNGEN erfolgreich behandelt werden. Anders ausgedrückt: wenn ein Organ schlecht funktioniert, wenn Schmerzen durch Verspannungen auftreten, wenn wir es mit Entzündungen zu tun haben, dann wird die Akupunktur Erfolg haben. Wenn ein Organ aber total kaputt ist, dann wird die Akupunktur auch nicht mehr helfen, z.B. Krebs kann die Akupunktur nicht heilen.

Kreisende Lebensenergie
Wir hier im Westen denken viel zu wenig daran, dass die Akupunktur nur ein kleiner Teil der großen traditionellen Chinesischen Medizin ist, die ihrerseits wieder nur einen Teil eines philosophischen Systems darstellt, dessen Hauptanliegen das Gleichgewicht und der ungestörte Kreislauf in der Natur und damit auch in, um und mit uns ist. Wir Menschen selbst sind ja auch ein Teil der Natur, und nach chinesischer Auffassung sind wir gesund, wenn wir nach innen und nach außen im Gleichgewicht sind, wenn unser "Qi", das ist  -sehr vereinfacht gesagt - unsere Lebensenergie, ohne Störung in unserem Körper kreisen kann und wenn unsere Abwehrkräfte stark genug sind, um mit störenden Einflüssen von außen oder von innen fertigzuwerden.

Der Mensch wird als eigene kleine Welt in der großen Welt, als Mikrokosmos im Makrokosmos angesehen. In seinen Gefühlen ist er sozusagen ein Spiegelbild der Umwelt. Die chinesische Medizin hat dadurch gegenüber unserer Medizin den Vorteil, daß seelische Krankheitsursachen automatisch ebenso berücksichtigt werden wie Umwelteinflüsse. Unsere westliche Medizin sieht z. B. der Wetterfühligkeit, der Zugluft als Krankheitsursache recht hilflos gegenüber. Für die chinesische Medizin ist das kein Problem.

Überlegene westliche Diagnostik
Auf der anderen Seite werden lebensbedrohliche Krankheiten auch in China selbstverständlich mit westlichen Methoden behandelt: z. B. bei Herzinfarkt, Lungenentzündung, Blinddarmentzündung oder Krebs wird "westlich" behandelt, die traditionelle Chinesische Medizin wird nur als Ergänzung eingesetzt. Und auf gar keinen Fall dürfen wir unsere erstklassige westliche Diagnostikvergessen! Die alten chinesischen Untersuchungsmethoden weisen uns wohl auf Störungen in be-stimmten Organsystemen hin, aber WAS der Patient im Sinne unserer Medizin jetzt hat, das können wir nur mit UNSEREN Methoden herausfinden.

Die traditionelle Chinesische Medizin arbeitet viel häufiger mit ihren eigenen Medikamenten, das sind Kräuter, Mineralien, aber auch Stoffe aus dem Tier-reich, wie Seidenraupen, Tigerzähne, Schlangen etc., als mit der Akupunktur. Außerdem wird Akupunktur ALLEIN kaum jemals angewendet, sondern praktisch immer kombiniert, z. B. mit traditionellen chinesischen Medikamenten, mit Massage, Schröpfen, Elektrostimulation oder mit Moxibustion: darunter versteht man eine spezielle Form der Wärmebehandlung durch Abbrennen von Moxa-Kraut = Wermutkraut. Nur wir im Westen verlangen, daß die Akupunktur ALLEIN als Wundermittel wirken soll. Dabei spricht überhaupt nichts gegen eine Kombination mit anderen bei uns üblichen oder chinesischen Methoden.

Bei der Akupunktur stechen wir Nadeln in genau definierte Akupunkturpunkte und bringen einerseits dadurch einen eventuell gestörten Fluß unserer Lebens-energie "Qi" wieder in Schwung, andererseits stellen wir gestörtes Gleichge-wicht zwischen verschiedenen Körperregionen, zwischen Leib und Seele oder zwischen uns und unserer Umwelt wieder her.

Erfolg bei "Gläubigen" wie bei Skeptikern
Aus wissenschaftlichen Untersuchungen wissen wir, daß wir durch das Einstechen an Akupunkturpunkten tatsächlich biochemische und bioelektrische Vorgänge auslösen. Es ist also nicht so, daß die Akupunktur eine Art Psychotherapie wäre - ganz im Gegenteil! Erfahrungsgemäß ist der Erfolg bei Patienten mit Aussagen wie "Ich bin fest davon überzeugt, daß mir nur die Akupunktur helfen kann" keineswegs häufiger als bei Skeptikern, die sagen "Ich glaub' zwar nicht daran, aber probieren wir's halt einmal mit der Akupunktur".

Aus einer Statistik des Ludwig-Boltzmann-lnstituts für Akupunktur in Wien geht
hervor, daß am besten sogenannte psychosomatische Erkrankungen auf Akupunktur ansprechen, aber nur dann, wenn der Patient dadurch tatsächlich körperliche Beschwerden hat. Schwierig zu behandeln sind "Patienten der gesamten Heilkunde", also Leute denen "alles" weh tut, die aber keine bestimmten Schmerzen angeben können. Eine Gastritis, ein Zwölffingerdarmgeschwür,
Bronchialasthma beispielsweise lassen sich ausgezeichnet behandeln, ebenso Migräne und Kopfschmerzen, rheumatische Beschwerden und Nervenschmerzen, also z. B. eine Gesichtsnerven-Neuralgie, Phantom- und Stumpfschmerzen nach Amputationen.

Erstaunlich schnell bildet sich unter Akupunktur so manche Gesichtsnervenlähmung zurück; Heuschnupfen und sonstige Allergien sprechen ebenso gut an wie Erkältungen, die sich über Monate hinziehen, und Nebenhöhlenentzündungen. Ebenfalls sehr gut lassen sich Wechselbeschwerden; Hormon- und Potenzstörungen behandeln.

Spezialgebiet "Senioren-Leiden"
Speziell für den älteren Menschen interessant ist die erfolgreiche Behandlung von Konzentrations-, Gedächtnis- und Schlafstörungen. Sind die Gelenke abgenützt, dann spricht der Arzt von "Arthrose". Die Akupunktur bringt zwar nicht das "Krammeln" in den Gelenken, wohl aber Entzündung und Schmerz weg. Hilfreich ist Akupunktur auch bei Lähmungen und Sprachstörungen nach Schlaganfällen.
Leider ist die Akupunktur aber kein Allheilmittel: Ohrensausen beispielsweise kann man höchstens in 50% der Fälle beeinflussen, beim Altersschwindel hingegen sind unsere Erfolge schon besser.

Und wie ist das mit dem Abnehmen und dem Rauchen? Hier haben wir sehr schöne Erfolge - allerdings nur dann, wenn der Patient bereit ist, auch selber etwas zu tun und sich nicht auf die Akupunktur allein verläßt. Kurz gesagt: Der Patient muß den WILLEN haben, mit dem Rauchen aufzuhören bzw. seine Eßgewohnhei-ten umzustellen. Dabei kann ihm die Akupunktur sehr gut helfen. Sehr bewährt hat sich hierbei eine chinesische Methode, wobei der Patient kleine Raps-Samen-Kügelchen ins Ohr geklebt bekommt, die er selber durch Reiben stimulieren kann, wenn er Appetit auf etwas Verbotenes oder Lust auf eine Zigarette bekommt.

Die schönsten Erfolge aber erzielen wir bei akuten Schmerzen: auch der Arzt freut sich, wenn ein Patient mit einem Hexenschuß, der zuerst vor Schmerzen ganz schief im Wartezimmer gestanden ist, kerzengerade und ohne Schmerzen aus der Ordination geht.

Bessere Lebensqualität - keine Nebenwirkungen
Fassen wir also zusammen: Die Akupunktur ist kein Allheilmittel. Bei lebensgefährlichen Erkrankungen verlassen wir uns besser auf unsere westliche Medizin. Aber bei Leiden, die zwar nicht lebensgefährlich, aber lästig sind und unsere Lebensqualität beeinträchtigen, ist die Akupunktur der westlichen Medizin überlegen, weil sie seelische und Umwelteinflüsse berücksichtigt und weil sie uns hilft, von den vielen Medikamenten, die ja alle auch Nebenwirkungen haben, wegzukommen. Akupunktur kann man mit allen medizinischen Methoden kombinieren. Wir sollten die Akupunktur nicht als "Alternativmedizin", also als Ersatz für unsere Medizin, betrachten, sondern als wertvolle Ergänzung.








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