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Was die "Dritten" können müssen(3)

Von Göran Andersson


Die Mundhöhle ist ein sehr sensibles Gebilde, teils bestehend aus verschiedenartigen Knochen und Strukturen, welche die Unterlage für das Weichteilgewebe (Schleimhaut aus unterschiedlicher Dicke) bilden, teils aus Muskeln, Sehnen und Nerven. Eine andere oft unterschätzte Tatsache ist die unterschiedliche Beschaffenheit der beiden Kieferformen.

Im Oberkiefer haben wir es mit einer großen, flächenförmigen Knochenplatte zu tun, für den Halt einer Prothese von enormer Wichtigkeit. Der Unterkiefer dagegen, ein als Hufeisen geformter Knochen, bietet kaum Haftung. Für diese Mundhöhle muss ein Zahnersatz geschaffen werden, der gewissen Anforderungen entspricht. Außer den vorher beschriebenen, kosmetischen und ästhetischen Wünschen ist doch das Ziel, damit essen, trinken und – vor allem – einwandfrei sprechen zu können.

Gehalten wird eine Prothese nur durch ihre Passform und Ausdehnung sowie durch die richtige Gestaltung der Zahnreihen. Großen Einfluss auf die Haftung hat vor allem die Beschaffenheit der Kieferknochen, der Schleimhaut sowie des Speichels. Schöne kräftige Kieferkämme sind von großem Vorteil. Je flacher und resorbierter der Kiefer ist um so problematischer ist die Anpassung und daher muss sehr viel Sorgfalt bei der Abdrucknahme walten. Eine elastische, dicke Schleimhaut ist einem dünnen Überzug weit überlegen. Dicker, klebriger Speichel kann ein Segen für einen Prothesenträger sein, ein trockener Gaumen jedoch zum Problem werden.

Auch ein aus kosmetischer Notwendigkeit entstandener, tiefer Überbiss der vorderen Frontzähne, bringt Schwierigkeiten beim Kauakt. Zahnarzt und Zahntechniker sind sicher bemüht, eine einwandfreie Arbeit zu leisten. Doch es kann trotzdem, zum Beispiel durch Druckstellen, zu Schwierigkeiten kommen, was einen oder mehrere neuerliche Besuche beim Zahnarzt notwendig machen kann.

Nie „reißen“...
Um der Prothese einen besseren Halt zu verleihen, ist man bestrebt, die Ausdehnung der Basis so groß wie möglich zu gestalten. Dabei kann es passieren, dass bei verschiedenen Mundbewegungen gewisse Muskeln und Sehnen eingeengt werden und es zu Druckstellenbildung kommt. Diese Stellen müssen vom Arzt entfernt und behandelt werden. Vor allem bei flachen Kiefern kann es zu Schwierigkeiten beim Abbeißen mit den vorderen Zähnen kommen.

Ein Tip: nie reißen, sondern immer gegen die Zähne pressen und durchbeißen! Nachdem der Patient die Prothesen einige Tage getragen hat, wird eine Kontrolle durchgeführt, und meistens eine sogenannte Remontage vorgenommen, um Störstellen zu entfernen. Damit wird eine ungehinderte Bewegung und das Gleiten der beiden Kiefer gegeneinander erleichtert.

Sowohl Zahnarzt als auch Zahntechniker sind bemüht, alle Möglichkeiten auszunutzen, um ein Optimum an Zahnversorgung zu gewährleisten. Es kann trotzdem beim Essen die eine oder andere Schwierigkeit geben. Auch in diesem Fall bedarf es einer Übungsphase, um die neue Situation zu erlernen. Es ist ja doch eine große Umstellung im Beißverhalten notwendig. Anfängliches ,,zuckeln“, lutschen und laute Sprachübungen sind von großem Nutzen.

Eines darf es nicht geben: dass man auf hundert Schritte sieht, dass es sich um einen Prothesenträger handelt. Sagen Sie Ihrem Zahnarzt Ihre Wünsche und Vorstellungen, und Sie werden sehen: Ihre Lebensqualität wird keinen Einbruch erleiden, auch nicht mit einer Totalprothese. Mit der Zeit sollten Sie ganz einfach vergessen, dass Sie eine Zahnprothese tragen!

DER AUTOR
Göran Andersson, 60, ist Zahntechnikermeister in Wien-Meidling. Er war Vorsitzender der Meisterprüfungskommission für Zahntechniker und jahrelang Innungsmeister-Stellvertreter in der Wiener Wirtschaftskammer. Als erstklassiger Fachmann und Autor zahlreicher Fachpublikationen weiß er über den aktuellen Stand der Zahntechnik, die Bedeutung der Zusammenarbeit mit dem Zahnarzt und die Rechte des Zahnpatienten bestens Bescheid.








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