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Paradontitits ("Paradontose")

Von Oberarzt Dr. Stefan Hienz


Nur wenige Patienten wissen um die Bedeutung der "Volkskrankheit Parodontose", die heute Parodontitis heisst. Doch bereits 40% der Bevölkerung leiden an dem "schleichenden Zahntod", oft ohne es zu wissen.

Was ist Parodontitis?
Parodontitis ist eine entzündliche Infektionskrankheit, die das Zahnfleisch und den darunterliegenden Zahnknochen angreift. Für den Patienten ist es schwer diese Erkrankung zu erkennen, da der meist langsam fortschreitende Knochenabbau schmerzlos ist und sich unsichtbar unterhalb des Zahnfleisches abspielt.

Was sind die Symptome?
Zu den einzigen oberflächlich erkennbaren Anzeichen zählen Mundgeruch, Zahnfleischbluten, Verfärbung des Zahnfleisches, Zahnfleischrückgang, geänderte Zahnstellung und gelockerte Zähne. Schliesslich: Verlust der Zähne.

Was sind die Ursachen?
Zu den Ursachen zählen Bakterien im Zahnbelag, mangelnde oder falsch durchgeführte Zahnreinigung, geringes Gesundheitsbewusstsein, zu wenig Aufklärung der Patienten, Rauchen und Stress. Ausserdem spielen hormonelle Veränderungen, wie Schwangerschaft, Krankheiten wie Diabetes oder Aids und einige Medikamente ein Rolle in der Entstehung von Parodontitis.

Wie erfolgt die Diagnose?
Ein erster Blick in den Mund zeigt, wenn überhaupt, nur grobe Symptome. Daher muss jeder Patient regelmässig klinisch untersucht werden. Die Untersuchung beinhaltet das so genannte Sondieren der Zahn-Taschentiefen (eine Spezialsonde wir schmerzlos zwischen Zahn und Zahnfleisch eingeführt), die Aufschluss über einen etwaigen Knochenabbau liefern. Taschentiefen grösser als 4mm stellen ein Problem dar. Zusätzlich müssen mittels einer speziellen Aufnahmetechnik Röntgenbilder aller Zähne angefertigt werden, um den Knochenverlust genau bestimmen zu können. Ein Panoramaröntgen reicht meist nicht aus. Ausserdem muss festgestellt werde, ob der Patient in eine besondere Risikogruppe fällt (Raucher, Diabetiker, Schwangerschaft) und wie seine Zahnputzgewohnheiten sind.

Was kann man tun?
Ohne Diagnose kann es keine Behandlung geben. Die Voraussetzung für jede Zahnbehandlung (Krone, Brücke, Implantate, Füllungen etc) ist, dass die Zähne parodontitisfrei sind. Die oft verbreitete Meinung, man könne gegen Parodontitis nichts machen, stimmt nicht. Es gibt seit Jahrzehnten exakte Behandlungsrichtlinien. Dadurch kann mittels eines individuell abgestimmten Behandlungsplans jedem Patienten geholfen werden.

Die Behandlung erstreckt sich je nach Stadium der Erkrankung von professionellen Zahntaschenreinigungen bis hin zur parodontal-chirurgischen Zahntaschenelimination. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die Einbindung und Motivation der Patienten.

Sind aufgrund langjährigen Bestehens der Parodontitis einzelne Zähne nicht mehr zu retten, können idealerweise Implantate gesetzt werden. Sie sind künstliche Zahnwurzeln, auf denen Kronen befestigt werden. Implantate sind meistens die optimale ästhetische und funktionelle Versorgung.

Kann man Knochen wieder aufbauen?
Man unterscheidet zwei Arten des Knochenabbaus. Wenn sich der Knochen um einen Zahn trichterförmig abgebaut hat, kann man ihn mit verschiednen Methoden auffüllen. Diese Art es Knochenabbaus liegt allerdings selten vor. Meistens wird der Knochen schüsselförmig horizontal abgebaut, sodass ein Auffüllen unmöglich ist. In diesen Fällen wird der Knochen speziell konturiert und der Verlauf des Zahnfleisches verändert, um die bestehende tiefe Zahntasche zu eliminieren. Das Ziel ist es eine Umgebung zu schaffen, die Sie selber putzen und so Ihre Zähne behalten können.

Wie wichtig ist Mundhygiene?
Konsequente, richtig durchgeführte Mundhygiene ist die einzige und billigste Vorsorge. Gründliches Putzen mit der Zahnbürste genügt nicht. Auch der Bereich zwischen den Zähnen ist, wie bei Karies, gefährdet. Sie müssen Zahnseide und/oder Zahnzwischenraumbürsten verwenden.

Zusätzlich empfiehlt sich regelmässig professionelle Mundhygiene. Sie lernen dabei, wo eventuelle kritische Stellen im Mund sind und wie Sie diese am besten reinigen können. Ausserdem reinigt eine qualifizierte Fachkraft, wie eine Dentalhygienikerin, mit speziellen Handinstrumenten die für Sie nicht oder schwer zugänglichen Zahntaschen.

Mundgeruch beseitigen?
84 Prozent der Patienten mit Mundgeruch haben oralen Ursprung. Mundgeruch oder Halitose entsteht als Beiprodukt des bakteriellen Stoffwechsels. Durch die parodontale Behandlung werden die dafür hauptverantwortlichen Bakterien, die sich in tiefen Taschen aufhalten, beseitigt. Mundspüllösungen, Zahnpflegekaugummis oder spezielle Zahnpasten können nur kurzfristig Abhilfe schaffen, sie beseitigen jedoch die Ursache.

Vorteil einer Behandlung:
Der wichtigste Vorteil liegt klar auf der Hand: Sie behalten Ihre Zähne bei richtiger Pflege lebenslang. Die zahnärztliche Versorgung hat nur dann Sinn, wenn das Fundament (Knochen, Zahnfleisch) entzündungsfrei und gesund ist. Ausserdem wird Ihr Körper nicht zusätzlich durch einen chronischen entzündlichen Prozess belastet und somit das Risiko für andere systemische Erkrankungen vermindert.

Viele körperliche Beschwerden und Krankheiten lassen sich mit der Entzündung des Zahnfleisches in Verbindung bringen. Internationale Studien haben einen Zusammenhang zwischen chronischer parodontaler Entzündung und Herzinfarkten, Schlaganfällen oder Frühgeburten nachgewiesen.

Der Autor:
OA Dr. med. dent.,
Dr. med. sci. Stefan Hienz
Harvard Universität, Boston; Karolinska Institut, Stockholm; Univ. California, Los Angeles.

Ordination ausschliesslich für Parodontologie und Implantologie

1180, Weimarerstrasse 5/21,
Tel: 924 53 05, Fax: 924 53 06
www.hienz.at
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