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WIENER GEBIETSKRANKENKASSE

Was die Wiener Kasse „krank“ macht

Seniorenbund-Ehrenpräsident GDStv. a.D. Leopold Scherer)
Seniorenbund-Ehrenpräsident GDStv. a.D. Leopold Scherer

„Großstadtfaktor“ und Hanusch-Krankenhaus: Auch die Gemeinde Wien müsste zur Sanierung beitragen.

Von Leopold Scherer


Was ist mit der Wiener Gebietskrankenkasse los? Immer wieder ist zu lesen, dass sie finanziell schwer angeschlagen ist. Dass es der Wiener Kasse am schlechtesten von allen österreichischen Gebietskrankenkassen geht. Müssen die Versicherten um ihre Versorgung bangen? Das sicherlich nicht. Eine Krankenkasse „in Konkurs“ samt allen Folgen für die Patienten ist politisch praktisch unmöglich. Durch Mittelzuführung durch den Bund wurde die Wiener Kasse fürs erste so entlastet, dass der reguläre Betrieb auf jeden Fall weiter gehen kann. Doch das war nur eine Maßnahme, um die Wiener GKK und die anderer Bundesländer kurzfristig abzusichern. Auf längere Sicht braucht es mehr Maßnahmen, um die Kasse zu sanieren.

Der Schuldenstand der Wiener Gebietskrankenkasse wird zum Jahresende 2009 noch immer bei ca. 570 Mio. Euro liegen und könnte sich aufgrund der Wirtschaftskrise noch weiter erhöhen. Für eine weitere Verbesserung der Finanzlage werden noch viele Steuermillionen und Einsparungen notwendig sein, zumal die Bundesregierung Beitragserhöhungen ausgeschlossen hat. Die Pensionisten haben in den letzten Jahren durch eine Erhöhung des Krankenversicherungsbeitrages ohnehin schon zur Konsolidierung der Gebietskrankenkasse beigetragen.

Finanzminister und Vizekanzler Josef Pröll hat auch weitere Steuergelder in Aussicht gestellt, wenn die Gebietskrankenkassen selbst auch durch Einsparungen zur Sanierung beitragen. In den nächsten 4 Jahren soll es so bei den neun Gebietskrankenkassen zu Einsparungen von 1,7 Mrd. Euro kommen.

Ob das gelingen kann, ist aber fraglich. Der Finanzminister hat zusätzlich vorgeschlagen, zur Vermeidung der erheblichen Schnittstellen-Verluste alle Finanzierungsströme zu bündeln und die „Finanzierung aus einem Topf“ vorzusehen. Das heißt, die niedergelassenen Ärzte und die Spitäler sollen aus den gleichen Mitteln finanziert werden.

Jetzt zahlen die Krankenkassen grob gesagt die niedergelassenen Ärzte und die Bundesländer die Spitäler. Und beide versuchen Leistungen und Kosten jeweils auf die andere Seite abzuwälzen. Würde man alles gemeinsam finanzieren, könnte besser geplant und damit gespart werden.


„Sonderfall“ Wiener Gebietskrankenkasse?

Im Vergleich zu den anderen Gebietskrankenkassen hat die Wiener GKK einige strukturelle Nachteile zu verkraften, die sie besonders „krank“ machen. Es sind das der so genannte „Großstadtfaktor“ und das Hanusch-Krankenhaus. Als „Großstadtfaktor“ gelten – verkürzt dargestellt – ein erhöhtes Anspruchsdenken vieler Versicherter bei gleichzeitig geringerem Gesundheitsbewusstsein. In Wien gibt es z.B. einen höheren Anteil an Rauchern und Diabetikern als in anderen Bundesländern. Auch den Ärzten wird ein geringeres Kostenbewusstsein nachgesagt.

Das Hanusch-Krankenhaus ist die einzige „normale“ Krankenanstalt in Österreich, die einer Krankenkasse gehört. Grundsätzlich fallen Krankenhäuser in die Zuständigkeit der Bundesländer. Anstatt dankbar zu sein, dass die Gebietskrankenkasse der Gemeinde und dem Land Wien die Führung eines Krankenhauses abnimmt, hat die Gemeinde Wien der GKK seit Jahren viele Millionen Euro als Abgeltung für die Betreuung inländischer Fremdpatienten vorenthalten. Das Rathaus musste schließlich vom Verfassungsgerichtshof zur Zahlung gezwungen werden.

Zusätzlich belastet die Gemeinde Wien die GKK durch die Auslagerung von Voruntersuchungen für Operationen aus ihren eigenen Krankenhäusern mit mind. 7 Mio. Euro pro Jahr.


Einsparungen sind möglich und notwendig

Bei der Kasse sind Einsparungen vor allem bei Medikamenten am leichtesten zu verwirklichen. Aber das darf nicht zu Lasten der ausreichenden Versorgung der Patienten mit Heilmitteln gehen. Erforderlich sind eine wirksame Preis- und Spannenkontrolle, eine verantwortungsvolle Verschreibungspraxis der Ärzte und ein verantwortungsvoller Umgang der Patienten mit Medikamenten.


Aber das kann nicht das einzige sein: So müssen z.B. Doppeluntersuchungen tunlichst vermieden werden, dort geht viel Geld verloren.








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