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Telefon: Festnetz und/oder Mobilfunk

Vor einigen Jahren ist im Wiener Seniorenblatt eine Artikelserie über den Tarifdschungel bei den Telefongebühren erschienen.

 Da immer wieder nach dem neuesten Stand gefragt wird, haben wir uns entschlossen, den aktuellen Stand in einer Kurzfassung auf der Homepage des Seniorenbundes zu darzustellen.Immer wieder taucht die Frage auf, welchen Tarif man wählen soll, egal ob Mobiltelefon oder Festnetz. Umsonst ist nämlich gar nichts, auch wenn damit geworben wird, dass der Speck weg muss. Die Antwort darauf ist nicht einfach, denn zu viel hängt von den persönlichen Bedürfnissen, von den Telefoniergewohnheiten des Fragenden, aber auch von den Rahmenbedingungen der einzelnen Tarifmodelle ab. Damit werden aber gleichzeitig auch Antworten gegeben auf die gar nicht so unwichtige Frage, ob man überhaupt beides braucht, nämlich Festnetz und Mobilfunk.

Beginnen wir beim Mobiltelefon. Da ist vor allem einmal die für den Benutzer wichtigste Frage zu klären, nämlich wo man sich vorwiegend aufhält. Gibt es eine Zweitwohnung und/oder werden häufig Besuche außerhalb des eigenen Ortes gemacht, z.B. bei den Kindern oder bei sonstigen Verwandten oder Freunden oder ist man öfters in einem Kurort? Ist das der Fall, dann muss man sich unbedingt bei diesen Personen und/oder in den jeweiligen Orten erkundigen, welche Netze auch dort einwandfrei zu empfangen sind.

Eigene Erkundigungen einziehen

Bei der Überprüfung darf man jedoch keinesfalls nur beim Netzbetreiber allein die Netzabdeckung abfragen. Von den Netzbetreibern wird nämlich in der Regel immer nur die großflächige Abdeckung angegeben, die aber sehr oft versagt, wenn es sich um einen kleineren Ort, bzw. Ortsteil handelt. Erst wenn man durch dieses Herumfragen feststellt, dass es sich um Netze handelt, die sowohl im eigenen Wohnort als auch im häufig besuchten Ort einwandfrei empfangen werden können, kann man aus der Liste dieser Netzbetreiber jenen aussuchen, der das günstigste Angebot hat.

Bei diesen Erkundigungen kann man die absurdesten Erfahrungen machen. Ein Beispiel: am Semmering gibt es einen Golfplatz und es ist also mit hoher Sicherheit anzunehmen, dass jeder Golfspieler ein Handy hat. Und da nützt auch der günstigste Tarif eines bestimmten Betreibers nicht viel, wenn der Empfang dieses "günstigen" Netzes etwa 300 Meter vor dem Golfplatz aufhört, obwohl laut Betreiber angeblich der ganze Ort abgedeckt wird.

Auf Taktabrechnung achten

Bei den Tarifen darf man sich nicht durch geschickte Werbung einlullen lassen, sondern muss sehr überlegt handeln. Weiß man, dass in der eigenen Gewohnheit fast immer nur kurze Gespräche getätigt werden (z.B. ein Anruf zu Hause: "Ich bin in einer halben Stunde daheim."), dann wäre es relativ teuer, einen Tarif zu wählen, der eine Taktabrechnung von 60/30 hat. Das bedeutet nämlich, dass bei jedem getätigten Anruf die erste Minute voll zu zahlen ist und die Restzeit in 30-Sekundenintervallen abgerechnet wird - auch wenn man tatsächlich nur einige Sekunden lang gesprochen hat. Übrigens wird bei einem derartigen Tarif genau so abgerechnet, wenn man sich beispielsweise nur verwählt hat und nach einer kurzen Entschuldigung gleich wieder auflegt.

Bei den meisten Tarifen werden derzeit die ersten 30 Sekunden voll abgerechnet und danach im Sekundentakt. Zu beachten ist dabei aber, dass der erste Takt immer auch dann verrechnet wird, wenn sich auf der angerufenen Nummer nur Mailbox oder Anrufbeantworter melden, denn diese Meldung bedeutet ja, dass "abgehoben" wurde, das Gespräch also verrechnungstechnisch zustande gekommen ist. Ein weiterer Gesichtspunkt ist auch bei welchem Betreiber jene Personen angemeldet sind, mit denen man am häufigsten telefoniert. In der Regel sind nämlich Gespräche innerhalb eines Netzes immer günstiger.

Fix- und Gesprächskosten abwägen

Hat man bisher schon einen Tarif gehabt und will nur wechseln (z.B. wegen der besseren Netzabdeckung), dann hat man ja ohnedies die bisherigen Rechnungen, aus denen man seine Gewohnheiten (vorwiegend gewählte Nummern, Länge der Einzelgespräche usw.) entnehmen kann. Das sollte man sich genau ansehen und prüfen, wie es z.B. mit den Gesamtkosten aussieht. Relativ günstige Gesprächskosten machen nicht viel Sinn, wenn demgegenüber die monatlichen Fixkosten sehr hoch sind. Entscheidend sind immer die monatlich anfallenden Gesamtkosten. Seit einiger Zeit besteht auch die Möglichkeit, ins neugewählte Netz die bisherige Rufnummer "mitzunehmen", sie also zu behalten. Der Vorteil ist, dass man nicht sämtliche Verwandten und Bekannten über eine neue Rufnummer informieren muss.

Eigene Telefongewohnheiten feststellen

Aber auch beim Festnetz sollte man unbedingt seine Rechnungen aufgrund der eigenen Gewohnheiten überprüfen. Auch dadurch kann man ziemlich sparen. So bietet etwa die Telekom Austria eine Reihe von Bonuspaketen an, mit denen man sparen könnte. Doch hier ist Vorsicht geboten, die Bonuspakete gelten nämlich fast ausschließlich nur abends und am Wochenende.

Handy oder Festnetz am Zweitwohnsitz

Zweitwohnungsbesitzer sollten unbedingt auch prüfen, ob sie den Festnetzanschluss in der zweiten Wohnung überhaupt benötigen oder infolge vorhandener Handys darauf verzichten können. Apropos Zweitwohnung: Beim Telekom Austria-Angebot TikTak Family ist man zwar jederzeit an beiden Wohnorten erreichbar, doch in der Praxis gibt es ein Problem: spricht man gerade an einem der beiden Wohnorte und jemand Dritter ruft eben diese Nummer an, dann erhält der Anrufer nämlich kein Besetztzeichen, sondern das Freisignal! Und ruft jemand am Hauptwohnsitz an und man hebt am Zweitwohnsitz ab, dann muss die Umleitung zusätzlich bezahlt werden.

Tarife anderer Betreiber prüfen

Unbedingt zu prüfen sind auch beim Festnetz die Tarifangebote anderer Betreiber. Dazu gibt es im Internet praktische Hilfen, z.B. unter www.tarifecheck.at , www.tarife.at oder www.arbeiterkammer.at Wie bereits erwähnt, sollte dabei aber auch auf die Taktung geachtet werden.

Bindung per Vorwahl

Sehr zu überlegen ist, sich per "Preselection" zu binden, weil manche Anbieter einen Vertrag verlangen und/oder sogar eine Grundgebühr. Da man aber bei keinem der diversen CbC-Betreiber ("Call by call" heißt frei übersetzt die freie Wahl eines Netzes) einen Vertrag mit Mindestumsatz oder Mindestdauer abschließen muss, hat man die Möglichkeit, sich bei mehreren der preiswertesten Anbieter parallel anzumelden.

Durch Preselection erspart man sich zwar das Vorwählen der Netznummer (10xx), aber da heute fast jedes Telefon über Speichertasten verfügt, ist es problemlos möglich die Vorwahlnummer auf eine Speichertaste zu legen und damit vorzuwählen. Hat man mehrere CbC-Betreiber, dann belegt man halt noch andere Speichertasten mit den jeweiligen Netznummern. Dadurch kann man den für das akute Gespräch günstigsten Netzbetreiber per Knopfdruck auswählen und damit Kosten sparen.

Dazu ein Beispiel: hat man selbst und jene Personen, mit denen man ständig telefoniert, ein ONE-Handy, dann ist es sinnvoll, sich auch beim Festnetzzugang von ONE (i-One) anzumelden und die Vorwahlnummer 1069 auf eine der Speichertasten zu legen. Muss man dann vom Festnetz aus ein ONE-Handy anrufen, dann kann man durch Drücken der entsprechenden (Speicher-) Vorwahltaste und Nachwahl der Handynummer problemlos günstiger telefonieren als über das Festnetz der TA. Und falls man die Nummer eines dieser Handys ohnedies auch auf eine Speichertaste legt, dann gibt man die Vorwahl 1069 ebenfalls gleich mit ein und hat dann beim Anrufen nur mehr diese vorprogrammierte Taste zu drücken.

Internet-Zugang

Zu prüfen ist die Frage des Internetzuganges. Hat man bereits einen ISDN-Anschluß, dann sollte überlegt werden, ob man den noch benötigt. Man kann damit zwar gleichzeitig surfen und telefonieren, doch ist es relativ teuer, weil dieser Internetzugriff nur nach Zeit abgerechnet wird. Ständig online zu sein, ist in diesem Fall ziemlich kostspielig. Da wäre ein Zugang über ADSL eine überlegenswerte Variante. ADSL erlaubt wesentlich höhere Übertragungsraten und wird nur nach Datenmenge abgerechnet. Und an dem Anschluss, der für ADSL verwendet wird, kann natürlich ebenfalls gleichzeitig telefoniert werden.

Details dazu - besonders technische - kann man im Internet unter www.xDSL.at nachlesen und bezüglich der Tarife sei auf die bereits erwähnten Tarifchecks hingewiesen. Bei allen Zugängen, die als Regulativ nur die Datenmenge kennen, sollte man vorher aber auch prüfen, wie der Provider bei gelegentlichen Überschreitungen der Datenmenge reagiert.

Anders sieht es aus, wenn man eine Zweitwohnung und ein Laptop hat, das immer mitgenommen wird. Auch dazu ein Beispiel: Ein Ehepaar hat eine Zweitwohnung, in der es fünfzehn- bis maximal zwanzigmal pro Jahr jeweils nur einige Tage verbringt. Die relativ geringe Nutzung der Zweitwohnung war auch der Grund, warum dort schon vor längerer Zeit der Festnetzanschluß abgemeldet wurde. Mit dem Laptop ist man bis vor einigen Monaten in der Zweitwohnung mittels GPRS übers Handy ins Internet gelangt, was allerdings sehr langsam und auch relativ teuer war.

Vor einigen Monaten ist nun das "Mobile Breitband" am Markt erschienen und nach genauer Überprüfung hat man es sich zugelegt. Jetzt ist man vollkommen unabhängig vom Festnetz und kann überall und jederzeit in Österreich ins Internet. Die Kosten wurden vorher selbstverständlich durchgerechnet und man kommt etwa auf den gleichen Betrag wie früher mit GPRS, bzw. übers Festnetz. Allerdings mit den zusätzlichen Vorteilen der Unabhängigkeit, der höheren Geschwindigkeit und der Möglichkeit ständig online zu sein. Das Mobile Breitband wird nämlich nicht nach Zeit, sondern - so wie bei ADSL - nach empfangener Datenmenge abgerechnet: man braucht also nicht hastig zu arbeiten, nur um Zeit und damit Geld zu sparen.

Es wurde auch überlegt, den Festnetzanschluss ganz aufzugeben, da ja beide über ihre Handys jederzeit erreichbar sind und das Festnetz für den Internetzugang nicht mehr benötigt wird. Dann haben sie aber aufgrund ihrer Telefoniergewohnheiten darauf verzichtet, außerdem war Bedacht darauf zu nehmen, dass auch Faxe gesendet werden müssen und das geht aufgrund der bei ihnen vorhandenen technischen Möglichkeiten derzeit nur übers Festnetz.

Allerdings haben sie bei den Handys doch eine sinnvolle Entscheidung getroffen. Da die Frau das Handy nur für Notfälle hat, aber fast nie damit selbst anruft und wenn, dann nur ganz kurze Gespräche führt, ist es richtiger, ihr Handy mit Wertkarte zu betreiben. Innerhalb eines Jahres ist die Wertkarte nämlich deutlich billiger als jeden Monat die wenigen Gesprächsminuten und zusätzlich die Grundgebühr zu zahlen. Eine wichtige Entscheidungshilfe war auch der Umstand, dass man im Falle eines Wechsels vom Vertrags- zum Wertkartenhandy die bisherige Handy-Rufnummer beibehalten kann. Dies geht allerdings nur dann, wenn es sich um eine Nummer des gleichen Betreibers handelt und nicht um eine "mitgenommene" Nummer.

Telefonieren über Internet

Seit nicht sehr langer Zeit gibt es jetzt auch die Möglichkeit über das Internet zu telefonieren. Diese Variante hat sicher eine große Zukunft, doch wäre es derzeit verfrüht, schon in Details zu gehen. Wer sich dafür interessiert, findet Näheres unter www.skype.com im Internet.

Verträge genau lesen

Egal um was es sich handelt, bei allem, seien es Neuabschlüsse oder Änderungen, muss man unbedingt die vorgelegten Verträge genau lesen - besonders das Kleingedruckte. Leider ist es nämlich Tatsache, dass viele Firmen ihre schriftlichen Unterlagen nicht so abfassen, dass sie auch von normalen Bürgern verstanden werden, von Bürgern nämlich, die keine Spezialausbildung für das betreffende Sachgebiet haben und/oder Vertragsjuristen sind.
Bei den vorliegenden Ausführungen hat es sich selbstverständlich nur um einen großen Überblick handeln können, doch bieten die erwähnten Internetadressen weitere Möglichkeiten, sich genauer zu informieren.


Der Autor
Eugen Vesely, Jahrgang 1924, ehemaliger Bilanzbuchhalter und Vorstandsmitglied des Management-Clubs, hat sich für den „Wiener Seniorenbund“ im äußerst unübersichtlichen, aber immerhin seit einiger Zeit dem Wettbewerb unterworfenen Bereich der Telefongebühren umgesehen.








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