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Sicherheit, wenn man viele Medikamente einnehmen muss

Autor: Ingrid Korosec

Ingrid Korosec

Sie müssen (leider) eine ganze Reihe von Medikamenten regelmäßig einnehmen und fragen sich selbst oft, ob sich diese Medikamente wohl miteinander vertragen.

Sie wurden Ihnen von verschiedenen Ärzten verordnet.
Bisher gab es wenig Möglichkeiten, zu überprüfen, ob diese Arzneien wohl auch wirklich alle zusammenpassten. Sie hätten mit jedem Ihrer Ärzte die Liste aller Ihnen verordneter Medikamente genau durchgehen müssen.

Der Ärzte-Computer hätte schon angezeigt, ob eine Unverträglichkeit dabei gewesen wäre. Aber wäre dafür in einer normalen Sprechstunde Zeit? Und hätten Sie selbst nicht auch vielleicht auch vergessen, vom einen oder anderen Medikament zu berichten?

Studiert man die Beipacktexte der Medikamente selbst, um zu wissen, ob sich ein konkretes Medikament mit anderen verträgt, wird es einem ganz unheimlich. In diesen Texten wird vor so vielem gewarnt, dass man am liebsten gar kein Medikament mehr nehmen möchte. Die Hersteller wollen sich rechtlich bestmöglich absichern und geben alles an, was nur irgendwie eintreten könnte, selbst wenn es extrem selten ist.

Um hier mehr Sicherheit und Klarheit zu schaffen, haben Krankenversicherungen und der Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger das Projekt e-Medikation aufgesetzt.

In einer Vernetzung zwischen Ärzten und Apothekern sollen beide Seiten überprüfen können, welche Medikamente am Einnahmeplan eines Patienten stehen. Im Fall des Falles würde das System eine Warnung aussprechen. Klar, dass die Patienten dazu ihre Einwilligung geben müssen. Ein erster Pilotbetrieb dazu wurde vergangenes Jahr durchgeführt. Jetzt hat man diese Erfahrungen bewertet und vorgestellt.

Rund 90 Prozent der teilnehmenden Patienten bestätigten, dass sie sich bei einem Arzt oder einer Ärztin, die bei der e-Medikation mitmachten sicherer fühlten als bei anderen Ärzten. Den teilnehmenden Apotheker wurden fast dieselben Werte zugeschrieben. Es wurden im Probebetrieb tatsächlich viele Fälle gefunden, die potenziell für die Patienten sogar gefährlich waren.

Für mich als Gesundheitspolitikerin ist das Ergebnis ein klarer Auftrag, dass man in diesem Projekt weiter arbeiten muss. Sicherheit geht vor! Ich weiß, dass auf der anderen Seite viele Ärzte dagegen sind. Sie warnen vor dem „gläsernen Patienten“.

Unbefugte könnten sich vielleicht Zugriff zu diesen Daten verschaffen, Betriebsärzte den Arbeitgebern Krankheiten ihrer Mitarbeiter verraten usw. Ja, das wird man strikt regeln und strenge Kontrollen einführen müssen. Aber in Summe bin ich für diese neue Technik, sie bringt mehr Sicherheit.

 

ingrid.korosec@kronenzeitung.at