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Wie unsere Schulen fit werden sollen

Foto: David Sailer/Fotolia.com
Staatssekretär Dr. Harald Mahrer zu den Kosten der Bildungsreform: „Ein gelungenes Investment, weil wir uns damit langfristig Kosten, vor allem im Sozialsystem, sparen.“

Bildungsreform: Worauf sich die Regierung geeinigt hat – und wie weit man in der Umsetzung ist.

 

Schule geht uns alle an! Der Bildungserfolg entscheidet, wie erfolgreich und wie zufrieden oder glücklich künftige Generationen sein werden. Und wie sehr es damit gelingen wird, unseren Wohlstand und unser Sozialsystem abzusichern. Die Generation ab5zig nimmt daran natürlich lebhaften Anteil, weil sie mit den Enkelkindern Schulfragen und -probleme miterlebt oder Anteil nimmt am Leben von Kindern im erweiterten Familienoder Freundeskreis. Staatssekretär Dr. Harald Mahrer leitet von ÖVP-Seite die Verhandlungen über die Bildungsreform. ab5zig hat ihn zu den Eckpunkten befragt. Vorweg: Das Herzstück für Mahrer ist das „Autonomiepaket“.

 

Die Bildungsreform, die Kindergärten und Schulen umfassen

soll, wurde in Grundsätzen schon im November 2015 von der Regierung beschlossen. Mahrer schildert die wichtigsten Punkte daraus: „Wir haben einige Themen rasch umgesetzt, etwa bereits im Frühjahr 2016 Maßnahmen zum besseren Übergang zur Volksschule.“ Sprachtests der Kinder etc. vom Kindergarten werden zur Schuleinschreibung mitgenommen, damit die Lehrer daran anknüpfen können. In den ersten drei Volksschulklassen kann es „alternative Leistungsbeschreibung“ statt Noten geben, und die Sprachförderung wurde bis in mittlere und höhere Schulen ausgeweitet.

 

Mehr Geld für neue Unterrichtstechniken

Auch die Grundzüge einer neuen „Bildungsinnovationsstiftung“ waren schnell geklärt, so Mahrer. „Damit haben wir ein Instrument geschaffen, das uns zum Vorreiter im Bereich Bildungstechnologie machen soll.“ 50 Mio. Euro sollen zusätzlich für neue Technologien und Techniken vom Kindergarten bis zur Universität zur Verfügung stehen, Stichworte neue Lehrmethoden oder Digitalisierung.

 

Vom Kindergarten an begleitet Auf Schiene ist ein „Bildungskompass“, ein Pilotversuch dazu soll im Herbst in OÖ starten. Damit werden Kinder vom Kindergartenalter an begleitet und es wird festgehalten, was die Stärken der Kinder sind – und wo angesetzt werden kann.

 

Der Kindergarten soll aufgewertet werden: Zweites verpflichtendes Kindergartenjahr, verbesserte Ausbildung der Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen. Mahrer dazu: „Es ist klar, dass man dafür Geld in die Hand nehmen muss.“ Zurzeit erarbeiten Finanzressort und Familienressort gemeinsam mit den Ländern, anhand welcher Kriterien in Zukunft die Kindergärten finanziert werden. Er hält das in jedem Fall für „ein gelungenes Investment, weil wir uns damit langfristig Kosten, vor allem im Sozialsystem, sparen“.

 

„Die Schulautonomie ist das Herzstück der Reform“

Intensiv beschäftigen sich Mahrer und sein Team mit der Schulautonomie: „Die Autonomie ist für mich das Herzstück der Bildungsreform. Es geht darum, Entscheidungskompetenzen an den Standort zu verlagern und eine echte, keine Werbegag-Autonomie zu gewährleisten.“ Die Schulen mit ihren Lehrerinnen und Lehrern wüssten vor Ort am besten, wie man die Probleme löst. Schulstandorte sollen zusammenarbeiten können, die Schule soll festlegen können, welche Fächer in Gruppen unterrichtet werden, DirektorInnen sollen ihre LehrerInnen selbst aussuchen können usw. Derzeit steht man in intensiven Verhandlungen über Detailfragen.

 

Schule nicht als „Einheitsbrei“

Was hält Mahrer von der gemeinsamen Schule der 6- bis 14-Jährigen, seit gera- Wissen dezu Jahrzehnten ein Politikum? „Es laufen zurzeit die Gespräche über angedachte Modellregionen. Wichtig ist: Dort soll wirklich etwas Neues entstehen, kein gleichmacherischer Einheitsbrei.“ Hier will er genau und tiefgehend verhandeln. Einen in Stein gemeißelten Zeitplan gebe es nicht. „Wenn etwas ordentlich gemacht wird, braucht das nun mal seine Zeit. Von Schnellschüssen halte ich wenig, die Qualität der Reform steht im Vordergrund.“

 

PISA als Anschub

Haben die jüngsten PISA-Ergebnisse – schlechte Leseleistung unserer Kinder – am Vorhaben der Bildungsreform etwas geändert? „Ganz im Gegenteil, sie bestärken uns“, repliziert Mahrer. Bisher hätten sich gesetzte Maßnahmen zu stark am Mittelmaß orientiert und dabei ausgeklammert, dass es Risikoschüler gibt.

 

Auch über die Hochbegabtenförderung wurde zu wenig gesprochen. Mahrer: „Wir brauchen ein System, das alle an die Spitze bringt, nicht nur Ausgewählte. Mit der Bildungsreform wollen wir das Schritt für Schritt umsetzen.“


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