Merk´s Wien

Ein gutes Herz

Tja, die Wiener Seele! Oft beschrieben, oft besungen, selten verständlich! Der verachtenswürdige Terror in unserer Stadt macht sie ein wenig sichtbarer. Er beleuchtet Beileid, Einfühlungsvermögen und Zusammenhalt.

Mit dem Beileid hatte das Wienerherz nie Probleme, ist es doch von alters her gewohnt, die Trauer zu zelebrieren. Vom Pomfineberer über den Leichenschmaus bis hin zu Wolfgang Ambros` „Es leben der Zentralfriedhof“. 

Einfühlungsvermögen und Zusammenhalt hinken im Vergleich hinterher und treten nur eingeschränkt zutage. Denn da thront das Fremde, eine Schranke vor dem unbeschwerten Alltag.

Das Fremde ist Unverständnis und Furcht vor einem undefinierbaren Anderssein, das hinter einem Schleier verborgen ist. Fällt der Schleier, dann ist alles leiwand. Denn Freunde hat das Wienerherz, hunderte, ja, tausende.

Sei es der freundliche jüdische Nachbar, der türkische islamgläubige Arbeitskollege, der indigene Salsatanzlehrer oder die multikulturellen Fans des „eigenen“ Fußballklubs mit dem dunkelhäutigen Starstürmer – alles leiwand.

Das Wienerherz ist nahe am Wasser gebaut, im Leid und in der Freude. Jetzt ist Gelegenheit, den Schleier zu lüften, die Schranke zu öffnen zu den anderen Anderen und zugleich die Extremen in die Schranken zu weisen. 

Jetzt aber ob des Terrors politisches Kleingeld wechseln zu wollen ist kleingeistig. Es ist an der Zeit,  allerseits Einfühlungsvermögen und Zusammenhalt zu demonstrieren und aufrecht zu halten. 

Stehen wir zusammen mit jenen anders Gläubigen und anders Seienden, die ebenso unter dem Terror leiden wie wir. Wir helfen ihnen und uns, wenn wir Mittel finden, um prospektiv zu handeln gegen jene, die unser Werteverständnis durch Gewalt und Tod erschüttern wollen. 

Das Wienerherz steht dazu bereit, denn es ist ein gutes Herz mit vüüü Gfüü!

- tho-

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