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Ablenkung im Auto kann tödlich enden

Achtung: Das Navi erfordert Aufmerksamkeit!
Ohne Sprechanlage: Nie!
Handy, Navi, Zigaretten anzünden, Unterhaltung mit dem Beifahrer

 

Täglich passieren auf Österreichs Straßen im Schnitt 35 Verkehrsunfälle mit Personenschaden, bei denen Ablenkung der Fahrer eine wesentliche Rolle spielt. In Österreich stirbt jeden dritten Tag ein Mensch wegen Ablenkung am Steuer. Bei 30,3 Prozent aller tödlichen Kfz-Unfälle und 130 Verkehrstoten im Jahr ist Ablenkung der nachgewiesene Grund und hat damit den Alkohol als Risiko Nummer eins als Unfallursache im Straßenverkehr bereits überholt. Auch wenn viele sagen: Ach, die paar Sekunden, wo ich was anderes tue, da kann doch nichts passieren …

 

Hauptursache Handy

Hauptursache für diese Unfälle wegen Ablenkung ist das Handy. An zweiter Stelle im Ablenkungs-Ranking liegt der Mitfahrende. Weil er oder sie dem Lenker unbedingt etwas zeigen muss („Schau her, das musst du sehen!“) oder mit ihm streitet – oder schmust. Auch das Anzünden von Zigaretten während der Fahrt ist nicht selten Unfallursache. Eines muss jedem denkenden Menschen klar sein: Während er mit 50 km/h fährt und für fünf Sekunden wegschaut („Fünf Sekunden, was ist das schon!“), legt sein Fahrzeug rund 70 Meter zurück. 70 Meter, auf denen er oder sie ein von der Seite kommendes Auto, einen Fußgänger oder ein Kind übersehen kann.

 

Der Verkehrssicherheitsforscher Dr. Jörg Kubitzki vom Allianz Zentrum für Technik in München hat in einer groß angelegten Umfrage die Ablenkung als Gefahrenquelle erforscht. Und dabei erschreckende Erkenntnisse gewonnen. 65 Prozent der österreichischen Autofahrerinnen und Autofahrer telefonieren, während sie fahren – ein Drittel davon statt mit Sprechanlage immer noch mit dem Handy am Ohr. Jeder dritte Lenker schreibt und jeder fünfte liest Textnachrichten am Smartphone. Vier von fünf Autolenkern schauen immer wieder intensiv auf ihr Navi, drei von vier bedienen das Autoradio und jeder dritte den Bordcomputer. Alles während der Fahrt. 86 Prozent geben an, durch Fahrzeugtechnik in ihrer Aufmerksamkeit beim Lenken beansprucht zu werden. Handynutzung, auch mit Freisprecheinrichtung, birgt also ein hohes Unfallrisiko.

 

Völlig unterschätzt wurde bisher der Einfl uss durch soziale Interaktion, sagt die Allianz-Studie. Sprich: Beifahrer sind häufi ge Unfallauslöser. 72 Prozent der heimischen Autofahrer sagen, dass Telefonate der Beifahrer sie ablenken. 70 Prozent sind öfter in intensive Gespräche mit den Mitfahrenden vertieft, bei der Hälfte dieser Fälle kommt es hin und wieder zu aggressiven oder gereizten Situationen. Ältere Menschen (65 und älter) lassen sich weitaus seltener von Beifahrern und Mitfahrenden ablenken als Jüngere.

 

Nicht alles auf einmal

Als dritthäufigstes Ablenkungsrisiko gilt der Mangel an Multitasking- Fähigkeit. Auch wenn die Werbung mitunter suggeriert, dass Autolenken quasi nebenher erledigt werden kann, weil die Technik ohnehin alles besser kann, der Mensch kann in Wirklichkeit nur immer eins nach dem anderen erledigen.

 

Die Folgen solch grober Unachtsamkeit sind meist Auff ahrunfälle, aber auch jene Unfälle, wo Autos aus unerklärlichen Gründen – auf schnurgerader Strecke bei Sonnenschein und ohne Gegenverkehr – im Straßengraben oder an einem Baum landen. Meist weil der Fahrer einen Moment zu lang anderweitig beschäftigt war. Nur kann er dann oft nichts mehr erzählen. Todesfalle Ablenkung.

Prof. Oswald M. Klotz


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