Home

Information

Klubs

Angebote

Schwarzes Brett

Computerforum

Gute Adressen

Spiele

Fotogalerie

Kontakt

Kultur

Suche

Archiv

Gesundheit aktuell

Krank am Wochenende – was tun?

Das Ärzteteam Mückstein, Lamel und Mayrhofer (von links)/Foto: Medizinmariahilf

Ein Ärztezentrum in Wien hatte bei der Grippewelle sonntags geöffnet

 

Vielleicht war Ihnen die Meldung aufgefallen: Als rund um die Weihnachtsfeiertage die Grippewelle hochging und viele Arztpraxen geschlossen waren, bot ein Ärztezentrum in Wien spontan an, sonntags geöffnet zu lassen.

 

„Medizin Mariahilf“ ist eine Gruppenpraxis von drei AllgemeinmedizinerInnen in Wien, die schon vorher mit ungewöhnlichen Öffnungszeiten aufgefallen war. Die Ärzte Dr. Franz Mayrhofer, Dr. Wolfgang Mückstein und Dr. Fabienne Lamel schaffen es, ihre Praxis Montag bis Freitag von 8 bis 19 Uhr geöffnet zu lassen. Dienstag beginnt man schon um 7 Uhr früh. Täglich gibt es eine Stunde Mittagspause. Dreimal pro Woche ist mit Dr. Michael Mayr dort auch ein Kinderarzt anzutreffen. Komplettiert wird das Angebot durch Psychotherapie und Ernährungsberatung. Es gibt Krankenschwestern und Krankenpfleger für Aufgaben wie z.B. Wundversorgung.

 

Für „normale“ Kassenpatienten

Das Ganze ist ein sogenanntes „Primary Health Care Center“, kurz PHC, wie sie von der offiziellen Gesundheitspolitik forciert werden. „Es gibt zehn solcher Praxen in Wien“, sagt Dr. Franz Mayrhofer, aus dessen ehemaliger Einzelpraxis das neue Zentrum hervorgegangen war. Das Zentrum hat einen normalen Vertrag mit der Krankenkasse. Jeder der drei dort tätigen Ärzte hat seine fixen Ordinationszeiten, man kann, wenn man es wünscht, also immer vom gleichen Arzt behandelt werden. Man wird aber zu jeder Zeit ärztliche Beratung finden. „Es ist immer jemand da“, sagt Mayrhofer. An den Gruppenpraxen, wie sie die Vorschriften heute zulassen, dürfen nur „gleiche“ Ärzte beteiligt sein, also nur Allgemeinmediziner, nur Augenärzte usw. Diese Gruppenpraxen sollen mithelfen, die Spitalsambulanzen zu entlasten.

 

Die einmalige Sonntagsöffnung war kein besonderer Erfolg, räumt Mayrhofer ein: „Das Ganze ist ein Lernprozess.“ Wer erwartet denn, dass Ärzte auch am Wochenende geöffnet haben? Von der Mariahilfer Öffnung war unter anderem auf Facebook zu lesen.

 

Würden Öffnungszeiten am Wochenende und auch abends öfter angeboten und üblicher sein, würden ganz sicher auch die Patienten kommen, ist er überzeugt. Aber z.B. müssten für eine Sonntagsöffnung von der Kasse bessere Tarife bezahlt werden, denn der Arzt müsste seinerseits seinen Beschäftigten Zuschläge bezahlen. Die Praxis der drei „Mariahilfer“ mit Öffnung Montag bis Freitag bis in den Abend hinein hat jedenfalls bereits ihre Kapazitätsgrenze erreicht und kann und will bis auf Weiteres keine neuen Patienten mehr aufnehmen, Notfälle ausgenommen.

 

Warum gibt es nicht mehr solcher Zentren?

Als Klient des Gesundheitssystems bekommt man mit, dass um Gruppenpraxen und ähnliche Einrichtungen ein zäher Kampf zwischen den Ärztekammern und der Politik zu herrschen scheint. Die Patienten würden sich einfach nur wünschen, dass es mehr Angebote zu Randzeiten und am Wochenende gibt. Jetzt sind Ärzte mit solchen Öffnungszeiten ein Geheimtipp.


zurück »